Kosten-Nutzen-Verhältnis

Intelligente Zähler: Warum Stromkunden noch skeptisch sind

Die deutschen Verbraucher haben einer Studie zufolge bislang nur wenig Interesse an sogenannten intelligenten Stromzählern. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen überzeuge die meisten Menschen nicht, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag mit.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Zwar stünden den modernen Zählern 71 Prozent der Verbraucher grundsätzlich positiv gegenüber. Doch seien nur vier Prozent bereit, den marktüblichen Preis für die Geräte zu zahlen. 25 Prozent würden sich demnach einen solchen Zähler einbauen, wenn die Kosten niedrig und die mögliche Stromeinsparung hoch wäre. Der vzbv hatte eine vorläufige Auswertung der Studie bereits vor drei Wochen vorgestellt.

Intelligente Stromzähler ermitteln den Stromverbrauch in Echtzeit, der Verbraucher kann damit über das Internet nachvollziehen, welche Geräte im Haushalt am meisten Energie verbrauchen. Längerfristig sollen die Smart Meter auch Haushaltsgeräte steuern können - um sie dann anzuschalten, wenn gerade günstiger Strom verfügbar ist. Dies ist eine wichtige Voraussetzung bei der Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind, deren Verfügbarkeit schwankt. Bislang existieren derartige Stromtarife allerdings noch so gut wie nicht. Bei Neubauten und größeren Renovierungen ist der Einbau intelligenter Stromzähler inzwischen vorgeschrieben.

"Verbraucher sehen zwar die Vorteile, doch das macht die Technik nicht zum Selbstläufer", erklärte vzbv-Chef Gerd Billen zu den Ergebnissen der Studie. Er appellierte daher, Stromtarife zu schaffen, die je nach Tageszeit variieren, was durch Vorgaben der Bundesnetzagentur bislang aber zu stark eingeschränkt werde. "Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potenzial wirklich entfalten können", kritisierte Billen. "Wir brauchen neue Tarifstrukturen, die gleichzeitig fair und transparent seien müssen."