Stromverbrauch im Blick

Intelligente Stromzähler: Yello startet bundesweites Angebot

Der Stromanbieter Yello startet ein erstes bundesweites Angebot mit intelligenten Stromzählern, mit denen Stromkunden ihren Verbrauch künftig jederzeit ablesen und damit gezielt Energie sparen können. Das Angebot richte sich nicht nur an eigene Kunden, sondern an bundesweit alle Haushalte.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Der Waschmaschine läuft an, die Kurve auf dem Computer-Monitor schlägt nach oben aus. Das Diagramm zeigt, wie viel Strom die Maschine verbraucht. Und auf dem Bildschirm gibt es noch mehr Funktionen: So kann der Nutzer berechnen, wie viel einmal Wäschewaschen kostet. Und was er sparen würde, wenn die Waschmaschine nachts oder am Wochenende läuft, wenn Strom billiger ist. Seit kurzem können schon erste wenige Kunden hierzulande so genannte intelligente Stromzähler nutzen. Sie zeigen den Verbrauch in Echtzeit. Und statt einer Abschlagszahlung gibt es am Monatsende eine Rechnung mit dem genauen Verbrauch.

Bis zu 25 Prozent Strom sparen

Einige Energieversorger rüsten Kunden bereits regional schon mit solchen Geräten aus oder betreiben Pilotprojekte. Der Stromanbieter Yello hat nun bundesweites Angebot gestartet. Die Installation eines intelligenten Stromzählers kostet bei Yello 79 Euro, die monatliche Zählergebühr beträgt etwa zwischen vier und sechs Euro. Die Anschaffungskosten könnten sich bei einem Durchschnittshaushalt von vier Personen mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden in einem Jahr rentieren, erklärte Yello. Ein Pilotversuch habe Stromeinsparungen zwischen fünf und 25 Prozent ergeben.

Der Anbieter liefert den gelben Stromzählerkasten, der den alten Zähler ersetzt, zusammen mit der Software für den Computer samt einem Gerät, das die beiden verbindet. Die Verbrauchsdaten werden beispielsweise aus dem Keller durch die Stromleitung in die Wohnung gesendet. Dort kann sie der Kunde am Computer aufrufen. Von hier werden die Daten per Internet an Yello übertragen. Eine genaue Verbrauchsrechnung am Monatsende ersetzt die Abschlagszahlungen.

Intelligente Zähler nicht nur für Yello-Kunden

Auch Kunden, die ihren Strom nicht von Yello beziehen, können sich die neuen Zähler einbauen lassen. Die Installationsgebühr bleibt gleich, der Kunde zahlt seinen Strom beim jeweiligen Anbieter. Für den Zähler zahlt er eine Gebühr an Yello, deren Höhe von der alten Gebühr abhängt und laut Yello unter zehn Euro liegt.

Ab 2010 in Neubauten Pflicht

Dass sich Stromzähler über Jahrzehnte nicht geändert haben, hat auch politische Gründe. Bisher hatte der Netzbetreiber ein Monopol für die Stromablesung. Die Kosten für den Zähler und das Ablesen waren im Strom-Grundpreis einkalkuliert. Seit kurzem aber gelten im Zuge der Klimaschutz-Offensive der Bundesregierung neue Gesetze: Das Mess-Monopol wurde abgeschafft.

Ab 2010 müssen bei Neubauten und Haussanierungen intelligente Zähler eingebaut werden. Ab 2011 muss jeder Versorger einen Tarif anbieten, der die Tageszeit oder das jeweils verfügbare Stromangebot berücksichtigt.