Strom-News
DeutschlandDie deutschen Energieversorger sind beim Aufbau innovativer Stromnetze nach wie vor zögerlich und könnten somit Chancen in diesem lukrativen Markt verpassen. Das ist das Ergebnis einer in Hamburg veröffentlichten Untersuchung der Unternehmensberatung Steria Mummert. Auch bei intelligenten Stromzähler waren die Stromversorger ähnlich verhalten.
Hamburg (afp/red) - Deutsche Unternehmen laufen demnach Gefahr, die Chancen des lukrativen Marktes mit sogenannten intelligenten Stromnetzen zu verpassen. In intelligenten Stromnetzen können erneuerbare Energien passend eingespeist werden. Zudem ist es möglich, Strom dann zu nutzen, wenn er am billigsten ist.
Deutsche Energieversorger hätten sich bereits bei der Einführung der intelligenten Stromzähler ("Smart Metering") zurückgehalten und dort lediglich die gesetzlichen Mindestvorgaben erfüllt, erklärte Hagen Förster von Steria Mummert. Es stehe zu befürchten, dass dies auch beim Aufbau eines intelligenten Stromnetzes ("Smart Grids"), für die intelligente Stromzähler ein wesentlicher Bestandteil seien, geschehen werde. Während Wettbewerber in Italien oder Frankreich die neue Technik mit dem landesweiten Einsatz elektronischer Zähler vorantreiben würden, fehle es in Deutschland an vergleichbaren Ansätzen.
Dies sei ein Fehler: Dezentrale Erzeuger von erneuerbarer Energie würden zunehmend Strom in die Netze einspeisen, auch würde künftig eine große Zahl von Elektroautos Zugang zum Stromnetz benötigen. Um diesen technologischen Herausforderungen begegnen zu können, müsse die Netzinfrastruktur in den kommenden Jahren komplett erneuert werden. Dabei seien "visionäre Ideen" gefragt. Die Europäische Kommission beziffert Steria Mummert zufolge die Investitionen, die für den Aufbau neuer, intelligenter Stromnetze nötig sind, bis 2030 europaweit auf 400 Milliarden Euro.
Seit kurzem gelten im Zuge der Klimaschutz-Offensive der Bundesregierung neue Gesetze. Ab 2010 müssen bei Neubauten und Haussanierungen intelligente Zähler eingebaut werden. Ab 2011 muss jeder Versorger einen Tarif anbieten, der die Tageszeit oder das jeweils verfügbare Stromangebot berücksichtigt. Steria Mummert zufolge ist in Zukunft mit strengeren Auflagen zu rechnen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Union und FDP wollen den Energiekonzernen offenbar den Einfluss auf ihre Stromnetze entziehen. Die Koalition wolle "die deutschen Übertragungsnetze in einer unabhängigen und kapitalmarktfähigen Netzgesellschaft zusammenführen", heißt im Abschlusspapier der Koalitions-Arbeitsgruppe Wirtschaft.
Der Bundesgerichtshof hat für tausende Kommunen den Weg frei gemacht, die Gas- und Stromversorgung ihrer Bürger wieder in die eigene Hand zu nehmen. So verpflichtete das Gericht in einem Grundsatzurteil die Energieversorger dazu, ihre Netze an Kommunen beim Auslaufen der Konzessionsverträge zu verkaufen, wenn dies zu Vertragsbeginn so geregelt war.
Cisco startet mit Yello Strom ein Pilotprojekt zu intelligenten Stromsystemen, so genannten Smart Grids. Haushalte werden mit intelligenten Zählern sowie Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken ausgestattet. Damit könnten Verbraucher ihre Haushaltsgeräte laufen lassen, wenn Strom günstig ist und bei Bedarf Strom erzeugen und ins Stromnetz einspeisen.
Jeder dritte Energieversorger im deutschsprachigen Raum muss einer aktuellen Studie zufolge langfristig um seine Existenz bangen. Die sinkende Profitabilität setzt vor allem kleine Versorger unter Handlungsdruck. Jetzt will die Branche unternehmerischer werden.
Im Streit um den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet bahnt sich offenbar eine Allianz der Telekom-Anbieter mit der Energiebranche an. Das Ziel: Einsparungen bei der Infrastruktur.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!