Gefahrenabwehr

Innenminister fürchtet Hackerangriffe auf Versorgungsnetze

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich befürchtet eine zunehmende Gefahr durch Cyber-Angriffe auf die Strom- und Wasserversorgung in Deutschland. Die Attacken würden immer trickreicher und gezielter. Friedrich will am Donnerstag in Bonn das Nationale Cyber-Abwehrzentrum eröffnen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Köln (dapd/red) - "Kritische Infrastrukturen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung kommen heutzutage ohne hochmoderne IT-Systeme nicht mehr aus", sagte der CSU-Politiker der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe). "Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf diese Systeme wächst ständig." Derartige Attacken könnten immense Schäden anrichten, die große Teile der Bevölkerung direkt betreffen würden.

Alles Wissen möglichst bündeln

Friedrich wollte am Donnerstag in Bonn das Nationale Cyber-Abwehrzentrum eröffnen, "mit dem in Zukunft Hackerangriffe besser analysiert und abgewehrt werden können", wie er der Zeitung sagte. Im Deutschlandfunk sagte der CSU-Politiker, wichtigste Aufgabe des neuen Zentrums sei es, das gesamte bisher vorhandene Wissen zu bündeln und Behörden und Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Angriffe auf Netze, die als sicher galten

Auf "Spiegel Online" betonte Friedrich: "Allein in den letzten Wochen haben Cyber-Attacken auf Unternehmen und internationale Institutionen wie den IWF rapide zugenommen, es werden Daten in großen Mengen abgegriffen." Es gebe "Angriffe auf Netze, die bisher als sicher galten. Denkbar sind auch Cyber-Attacken anderer Staaten". Der Innenminister schloss in den kommenden Jahren auch Gesetzesinitiativen zum Kampf gegen Gefahren aus dem Netz nicht aus.