Keine Kontrolle

Initiative pro Wettbewerb: Willkür bei Netznutzungsentgelten bestätigt

Die deutschen Stromnetzbetreiber haben zu Beginn dieser Woche eine Auswertung der Entgelte für die Nutzung der Stromnetze veröffentlicht. Der Kommentar der Initiative Pro Wettbewerb: Das Ergebnis aus dem Hause der Netzbetreiber belegt, dass die Netznutzungsentgelte in Deutschland Phantasiepreise sind.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Anfang dieser Woche durch den Dachverband der deutschen Stromnetzbetreiber veröffentlichte Auswertung der Entgelte für die Nutzung der Stromnetze belegt zweifelsfrei die seit Marktöffnung herrschende Willkür bei der Höhe der Netznutzungsentgelte", so das Fazit der drei in der Initiative Pro Wettbewerb zusammengeschlossenen Stromanbieter Yello, best energy und LichtBlick.

"Das Ergebnis aus dem Hause der Netzbetreiber belegt eindrucksvoll unsere seit Monaten getätigten Aussagen, dass die Netznutzungsentgelte in Deutschland Phantasiepreise sind und nichts mit der realen Kostensituation in den jeweiligen Stromnetzen zu tun haben. Das in der Verbändevereinbarung II plus als Kontrollinstrument angedachte Vorgehen erweist sich als völlig ungeeignet, um der herrschenden Willkür Herr zu werden", werden die Unternehmen deutlich.

Insgesamt seien 18 Strukturklassen gebildet worden, bei denen zwischen Bevölkerungsdichte, Verkabelungsgrad und anderen für die Kostensituation angeblich relevanten Parametern unterschieden wird. Im Ergebnis würden sich jedoch keine erkennbaren Gesetzmäßigkeiten innerhalb der gewählten Strukturkriterien ergeben. So lägen beispielsweise Entgelte der Netzbetreiber, die der gleichen Strukturklasse zugeordnet werden, um mehr als das zweifache auseinander. Die hohen Preise und die hohen Preisunterschiede innerhalb der Strukturklassen müssten also andere Gründe haben. Eine Studie des Bremer Energie Institutes vom März diesen Jahres war zu dem Ergebnis gekommen, dass "die häufig als Ursache für die Preisdifferenzen angeführten Strukturunterschiede der Verteilungsgebiete keineswegs das ihnen zugesprochene Gewicht besitzen".

In der Anfang der Woche veröffentlichten Statistik seien zudem nur 480, also etwa die Hälfte aller Netzentgelte in Deutschland, erfasst. Auch dies sei ein Beweis für die mangelnde Transparenz im Markt. Die Initiative Pro Wettbewerb vermutet, dass all die Entgelte, die nicht ausgewertet wurden, entweder entgegen den allgemeinen Behauptungen vollständiger Offenlegung nicht vorliegen oder im Ergebnis noch mehr aus der Reihe schlagen, als die jetzt zusammengetragenen. "Jetzt müssen die Netzbetreiber die Entgelte senken, denn ihr letztes Argument haben sie sich mit dieser Arbeit selbst aus der Hand geschlagen", so die Initiative Pro Wettbewerb weiter. "Nach der Wahl hat die neue Regierung die Aufgabe, Licht und Kostenorientierung in die Preise zu bekommen, denn eine Verbändevereinbarung kann dies - wie wir sehen - nicht leisten."

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