Auf der renewables 2004

Initiative für solarthermische Kraftwerke gestartet

Auf der renewables 2004 in Bonn haben Umweltminister Trittin und die Repräsentanten mehrerer Länder vereinbart, die Ökostromeinspeisung durch geeignete Gesetzgebungen und Anreizprogramme zu fördern. Die "Global Market Initiative" (GMI) fokussiert insbesondere solarthermische Kraftwerke.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Auf der internationalen Konferenz für erneuerbare Energien "renewables 2004", die derzeit in Bonn stattfindet, haben Bundesumweltminister Jürgen Trittin und die Repräsentanten mehrerer Länder die sogenannte "Global Market Initiative" (GMI) zur Markteinführung solarthermischer Kraftwerke im Sonnengürtel der Erde vereinbart.

Bis zum Jahr 2015 sollen Kraftwerke mit einer Kapazität von 5000 Megawatt errichtet werden. "Damit wollen wir innerhalb von rund zehn Jahren diese Technik zur Marktreife führen. Solarstrom wird dann voll konkurrenzfähig mit fossil erzeugtem Strom aus konventionellen Kraftwerken sein", sagte der Bundesumweltminister.

In solarthermischen Kraftwerken wird die Sonnenstrahlung durch Spiegelsysteme gebündelt und die konzentrierte Energie zur Dampf- und Stromerzeugung genutzt. "Diese Anlagen sind besonders interessant für den Sonnengürtel der Erde. Sie werden für die Energieversorgung der Zukunft eine wichtige Rolle spielen", erläuterte Trittin. Die heute vereinbarte internationale Zusammenarbeit für eine der erneuerbaren Schlüsseltechnologien im Sonnengürtel der Welt öffne die Märkte auch für deutsche Unternehmen und schaffe hochqualifizierte Arbeitsplätze, so der Bundesumweltminister weiter.

Vereinbart wurde, durch geeignete Gesetzgebungen und Anreizprogramme zur Förderung der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, durch transnationalen oder interkontinentalen Stromaustausch mit verbesserten Vergütungen für erneuerbaren Strom sowie durch Kohlendioxid-Zertifikate und bi- und multilaterale Finanzprogramme der Initiative zum Erfolg zu verhelfen. "Dadurch sollen die klimapolitischen Ziele der Länder des Nordens durch die heute schon kosteneffizienteste Solartechnologie besser erreicht und gleichzeitig die überlegene solare Ressource der südlichen Anrainerländern im Sonnengürtel der Erde angezapft werden", sagte Trittin.

Der Baubeginn des ersten kommerziellen europäischen Parabolrinnenkraftwerks soll noch in diesem Jahr in Spanien erfolgen. Hierfür werden morgen im Beisein des Bundesumweltministers die deutschen Unternehmen Schott Rohrglas und Solar Millenium AG ein Rahmenabkommen zur Lieferung von solarthermischen Absorbern für das Parabolrinnensystem der AndaSol-Kraftwerke in Höhe von 40 Millionen Euro vereinbaren.