Glühbirnenverbot

Ingenieur verkauft 100-Watt-Birnen als Kleinheizgeräte

Ein Essener Ingenieur importiert und verkauft weiterhin Glühbirnen mit 75 und 100 Watt Leistung, und das, obwohl der Handel eigentlich mittlerweile verboten ist. Sein Trick: Er lässt die Birnen mit dem Aufdruck "Heatball" versehen und verkauft sie als Kleinheizgeräte, die als Nebeneffekt auch Licht erzeugen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Glühbirnen mit 100 Watt und mehr dürfen schon seit September 2009 nicht mehr importiert werden, seit September dieses Jahres gilt dies ebenso für Birnen mit 75 Watt. Der Maschinenbauer Siegfried Rotthäuser aber hat 4000 Glühbirnen aus China importiert und innerhalb weniger Tage als "Heatballs" abgesetzt, wie FAZ.net berichtet.

Umgehung des EU-weiten Glühbirnenverbots

Mit einem Teil des Erlöses will Rotthäuser ein Projekt zum Schutz des Regenwaldes fördern. Er sei nicht auf Geld aus, sondern wolle mit dieser Art von "Aktionskunst" Widerstand gegen die Bevormundung durch die EU-Kommission leisten. Bisher gibt es für ihn noch kein Versandverbot. Eine ähnliche Strategie nutzte bereits die Walter Schrickel Süddeutsche Glühlampenfabrik, die die 100-Watt-Glühbirne in "Allgebrauchslampe für Spezialzwecke" umbenannte und weiterverkaufte.

Das sogenannte Glühbirnenverbot zielt darauf ab, nach und nach ineffiziente Glühlampen vom Markt zu nehmen und durch Energiesparlampen zu ersetzen. Herkömmliche Glühbirnen setzen einen Großteil der verbrauchten Energie in Wärme um und nutzen nur einen geringen Anteil zur Erzeugung von Licht. Birnen, die sich bereits im Handel befinden, können noch abverkauft werden, sie dürfen jedoch nicht mehr in Umlauf gebracht oder importiert werden.