Strom-News
Mehr TransparenzDas Bundesumweltministerium richtet im niedersächsischen Remlingen in unmittelbarer Nähe zum umstrittenen Atommülllager Asse eine Informationsstelle für Anwohner ein. Dort werde laufend über die Arbeiten zur Schließung der Schachtanlage informiert, sagte Bundesumweltminister Gabriel am Sonntag in Berlin.
Berlin (ddp/sm) - Die Infostelle werde vom Bundesamt für Strahlenschutz betrieben, das ab Januar Betreiber der Anlage ist. Außerdem werde ein mobiles Informationszentrum zu Asse eingerichtet, das in der Region unterwegs sein werde. Mit einem Höchstmaß an Transparenz solle verlorengegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden, sagte Gabriel.
Das Bundesamt für Strahlenschutz übernimmt den Betrieb des Atommülllagers vom Helmholtz Zentrum München. Damit sollen die Voraussetzungen für eine sichere und zügige Stilllegung der Schachtanlage geschaffen werden. In dem Forschungsbergwerk Asse lagern mehr als 125.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll. In einer Untersuchung war radioaktive Salzlauge festgestellt worden, die die zulässigen Grenzwerte mehrfach überschreitet. Das Schließungskonzept für das Bergwerk sieht eine Flutung der Anlage vor.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Mit reichlich Verspätung hat der mittlerweile elfte Atommülltransport ins Zwischenlager in Gorleben in der Nacht zum Dienstag sein Ziel erreicht. Der Transport wurde von massiven Protesten begleitet, so dass es sich nach Angaben der Atomkraftgegner um den zeitintensivsten der seit 1995 nach Gorleben stattfindenden Transporte handelt.
Begleitet von Demonstrationen, Streckenblockaden und Brandanschlägen auf Bahnanlagen ist am Wochenende ein Atommülltransport von Frankreich nach Niedersachsen gerollt. Am Sonntag blockierten Atomkraftgegner gleich mehrfach das letzte Schienenteilstück zwischen Lüneburg und Dannenberg.
Die Schweizer Regierung zieht bei ihrer Planung für die Endlagerung von Atommüll mehrere Gebiete nahe der deutschen Grenze in die engere Auswahl. Das Schweizer Bundesamt für Energie präsentierte gestern eine Liste mit möglichen Standortregionen. Mehrere der genannten Gebiete grenzen unmittelbar an südbadische Landkreise.
Kernkraftgegner kritisieren die Zustände im Atommüllendlager Morsleben in Sachsen-Anhalt. "Dort sieht es nicht besser aus als im Bergwerk Asse", sagte der Sprecher von Bürgerinitiativen der Endlager-Standorte, Peter Dickel. Für diesen Freitag rufen die Umweltschützer zu einer Demonstration an dem Endlager auf.
Das Thema Atommüll-Endlager bleibt in aller Munde. Das gilt in erster Linie fürs Inland, nicht erst seit den Skandalen um die Asse. Doch immer wieder ist auch das Ausland im Fokus. Aktuell geht es um Frankreich, was seit den Störfällen in Tricastin eine besondere Brisanz mitbringt.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!