Pannenserie in französischen Anlagen

Informationen bei Atompannen in Frankreich vertuscht?

Nach mehreren Pannen in französischen Atomanlagen besteht Medienberichten zufolge der Verdacht, dass Informationen vertuscht wurden. In der Anlage Tricastin, wo zuerst Uran ausgetreten war und letzte Woche 100 Mitarbeiter "leicht kontaminiert" wurden, habe die Polizei das Büro des inzwischen entlassenen Direktors durchsucht.

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Paris (red) - Es werde geprüft, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Abläufe eingehalten wurden. Laut Anne Lauvergeon, Chefin des Atom-Konzerns Areva, hätte die Öffentlichkeit früher über die Vorfälle informiert werden müssen.

Weiter wird ermittelt, wie es unabhängig vom ersten Vorfall zu erhöhten Strahlenwerten bei etwa 100 Mitarbeitern der Anlage kommen konnte, die letzten Mittwoch bei einer Kontrolluntersuchung festgestellt worden waren.

Die ehemalige Gesundheitsministerin Frankreichs, Corinne Lepage, warf den Energiekonzernen vor, mit "konzentrierten Aktionen" Vorfälle bei Atomanlagen zu "banalisieren". Damit wolle man die Bürger daran gewöhnen und zeigen, dass es sich "lediglich um harmlose Zwischenfälle" handele.