Vertrauen gewinnen

Info-Stelle am Atommmülllager Asse eröffnet

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat am Atommülllager Asse eine Info-Stelle eröffnet. Die Behörde wolle darin künftig mit Schautafeln, Computeranimationen und Vorträgen über die Asse informieren, sagte Präsident Wolfram König. Die Eröffnung wurde von Protesten von Atomkraftgegnern begleitet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Remlingen (ddp-nrd/sm) - Vorrangige Aufgabe ist König zufolge die Herstellung der Langzeitsicherheit in dem früheren Salzbergwerk, in dem rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktivem Müll lagern. Die Herausforderung sei, die radioaktive Strahlung der Abfälle in der Schachtanlage von der Biosphäre abzuschirmen. Es dürfe zu keinem Zeitpunkt unkontrolliert Radioaktivität aus den Abfällen in die Umwelt gelangen.

Zudem gelte es, verloren gegangenes Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen, sagte König. Er kündigte an, die Öffentlichkeit über alle Schritte bei der anstehenden Schließung der Asse zu informieren. "Die neue Infostelle wird dabei eine zentrale Rolle spielen", erklärte der BfS-Präsident.

Atomkraftgegner: Abfälle in Asse nicht sicher

Atomkraftgegner protestierten bei der Eröffnung mit einer Mahnwache. Sie forderten, den Atommüll wieder aus der Asse herauszuholen. Die Abfälle seien dort nicht sicher, weil das Bergwerk vom Einstürzen und Volllaufen bedroht sei, erklärte ein Sprecher der Bürgerinitiativen.

An den "katastrophalen Zuständen" im Atommülllager habe sich durch den Betreiberwechsel bislang nichts geändert, sagte der Atomexperte von Robin Wood, Thomas Erbe. "Weiterhin treten über die geltenden Grenzwerte hinaus belastete radioaktiv kontaminierte Salzlaugen aus einigen Einlagerungskammern aus". 12.000 Liter mit Salz angereichertes Wasser flössen täglich unkontrolliert aus dem umgebenden Gestein in den Salzstock und gefährden dessen Standsicherheit.

Grüne hoffen auf Besserungen durch Betreiberwechsel

Die Landtagsfraktion der Grünen wertete den Betreiberwechsel beim Atommülllager Asse und die Einrichtung einer Infostelle als "Erfolg des Widerstands aus der Region". Mit dem Betreiberwechsel zum BfS verbinde er die Hoffnung auf eine neue Form der Transparenz und intensive Bürgerbeteiligung bei den jetzt anstehenden Aufgaben, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel.

Zu den vordringlichsten Aufgaben gehöre nun der Vergleich verschiedener Optionen "zur Lösung des Desasters in Asse". Dabei müsse die beste Lösung unter vielen schlechten Alternativen gefunden werden. "Bislang gibt es keine bessere Option als die vollständige Rückholung", sagte Wenzel.