Sparsamer Chip

Infineon entwickelt ADSL2+ Chip mit geringerem Stromverbrauch

Der angeblich weltweit sparsamste und kleinste Chip für das DSL-Datennetz soll bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als andere Chips. Er benötige keine Kühlung und könne bei gleichbleibender Schaltschrankgröße rund ein Drittel mehr Anschlüsse nach dem DSL-Standard ermöglichen als bisher.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG hat den laut eigenen Angaben weltweit sparsamsten und kleinsten Chip für das DSL-Datennetz der Zukunft "ADSL2+" vorgestellt. Damit könnten Telekommunikationsfirmen ihren Kunden ohne Zusatzinvestitionen für Kühlung oder Stromversorgung bei gleich bleibender Schaltschrankgröße etwa ein Drittel mehr Anschlüsse nach dem DSL-Standard anbieten als mit bisheriger Technik. Bei ADSL2+, mit dessen breiter Einführung ab 2006 gerechnet wird, genügt der herkömmliche Telefonanschluss, um Internet, Fernsehen und Telefon gleichzeitig zu betreiben.

Weltweit gab es Anfang 2005 etwa 100 Millionen DSL-Anschlüsse, wovon allein rund 40 Prozent im letzten Jahr neu hinzugekommen sind, so Infineon. Für die nächsten Jahre wird ein weiteres Wachstum erwartet. Dabei soll schon bald der neue Standard ADSL2+ die heutigen DSL-Verbindungen ersetzen. Daten lassen sich bei ADSL2+ mit bis zu 25 Megabit pro Sekunde übertragen - etwa zehn- bis zwanzigmal schneller als bei heute üblichen DSL-Anschlüssen und damit schnell genug, um gleichzeitig mehrere Fernsehprogramme in HDTV-Qualität (hochauflösendes Fernsehen), Internet und Internet-Telefongespräche zu übertragen.

Der Stromverbrauch des neuen ADSL2+-Chip "GEMINAX PRO" soll etwa 30 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Chips sein, entsprechend geringer sei also auch die Abwärmeproduktion. Aus diesem Grund und ebenfalls durch die kleine Baugröße lässt sich der Chip sehr viel dichter in DSL-Schaltanlagen einbauen, ohne dass zusätzliche Kühlung notwendig wird, so das Unternehmen. Insgesamt können mit GEMINAX PRO auf gleichem Raum in den Schaltschränken ein Drittel mehr ADSL2+-Anschlüsse untergebracht werden als bislang.

Bereits heute sei die in dem Chip eingesetzte so genannte Switched-Mode Technik wegen ihres äußerst geringen Leistungsverbrauchs beispielsweise in MP3-Playern weit verbreitet. Durch eine Vielzahl von technologischen Innovationen konnten die Infineon-Entwickler jetzt diese Technik für den Einsatz in der Breitbandkommunikation mit ihren ungleich höheren Anforderungen und der 100-fachen Frequenz weiterentwickeln. Im Mai sollen die ersten Prototypen des neuen Chips an Kunden ausgeliefert werden, ab Herbst 2005 soll er in großen Stückzahlen produziert werden.