Energie sparen

Industrie will herkömmliche Glühbirnen bis 2015 vom Markt nehmen

Die europäische Lampenindustrie will Lampen mit der geringsten Energieeffizienz bis 2015 in Europa auslaufen lassen. Durch den Verzicht auf die herkömmlichen Modelle sollen bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr an Strom eingespart werden können.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Berlin (red) - EU-Energiekommissar Andris Pieblags begrüßte die Zusage der Branche als "außerordentlich positiven Beitrag zu dem vom Europäischen Rat im März erklärten Ziel, für eine gute Beleuchtung zu sorgen, ohne Energie zu verschwenden." Laut Piebalgs zeigt die Entscheidung der Industrie, dass Energieeffizienz auch gute Marktchancen bietet.

Die Glühbirnen-Initiative der Lampenindustrie kann CO2-Emissionen, die auf Haushaltsbeleuchtung zurückgehen, nach Branchenberechnungen um etwa 60 Prozent verringern. Zudem rechnet die Branche mit Stromeinsparungen im Wert von sieben Milliarden Euro beziehungsweise in einer Größenordnung von 63 GWh pro Jahr.

Die Lampenindustrie reagiert mit ihrem Vorstoß auf einen Aktionsplan für Energieeffizienz, den die Kommission im Oktober 2006 vorgelegt hatte. Der Plan forderte strengere Energieeffizienznormen für 14 Produktgruppen, darunter auch für Straßen-, Büro- und Haushaltsbeleuchtung.

Aufgrund der so genannten "Ökodesign"-Richtlinie kann die Kommission nach Konsultation eines Forums der beteiligten Akteure Energieeffizienzanforderungen festlegen. Das Forum will am 22. Juni zusammentreten, um die für den Bereich Straßenbeleuchtung geplanten Maßnahmen zu erörtern. Ferner will die Kommission am Ende des Monats eine wirtschaftliche und ökologische Bewertung für den Bereich Haushaltsbeleuchtung auf den Weg bringen.

Den nächsten Schritt hinsichtlich des Aktionsplans für Energieeffizienz soll die Analyse der nationalen Energieeffizienz-Aktionspläne darstellen. Die Richtlinie zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen verpflichtet alle Mitgliedstaaten, solcherlei Aktionspläne noch vor dem 1. Juli vorzulegen. Die Richtlinie definiert die Richtwerte für Energieeffizienz in den einzelnen Mitgliedstaaten, die nationalen Pläne sollen die konkreten Maßnahmen vorschlagen. Ziel ist die Einsparung von durchschnittlich einem Prozent pro Jahr in den nächsten neun Jahren.