Engpass

Industrie und Politik um Rohstoffsicherheit besorgt

Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach sich auf einem Kongress des BDI für eine enge Abstimmung und konzertiertes Handeln angesichts hoher Rohstoffpreise und Lieferknappheiten aus. Der BDI zeigte sich besorgt, weil Deutschland wegen seiner breiten Industriestruktur und geringem Rohstoffaufkommen besonders betroffen sei.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Angesichts hoher Rohstoffpreise und Lieferknappheiten sind Bundesregierung und Industrie um die nachhaltige Rohstoffsicherheit für die deutsche Wirtschaft besorgt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich deshalb in Berlin für eine enge Abstimmung und für konzertiertes Handeln aus. Die Versorgung mit Rohstoffen zu angemessenen Preisen sei heute zu einer zentralen Frage geworden, die auch über das Wohl und Wehe der Verteilungsspielräume entscheide.

Im Interesse der Rohstoffsicherheit setze sich die Bundesregierung besonders für die Sicherheit und politische Stabilität in den Lieferländern und -regionen ein, sagte der Bundeskanzler. Um einen fairen und transparenten Handel zu garantieren, müssten weltweit die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zudem müsse gegen jede Wettbewerbsverzerrung vorgegangen werden.

Bei seiner Nahost-Reise habe er in Übereinstimmung mit der Initiative der G8-Staaten für eine größere Transparenz an den Ölmärkten geworben, um Spekulationen mit diesem Rohstoff zurück zu drängen. Die Möglichkeiten der Einflussnahme seien notwendig, aber begrenzt.

Schröder sprach auf einem Kongress des Bundesverstandes der Deutschen Industrie (BDI) zum Thema Rohstoffsicherheit. BDI-Präsident Jürgen Thumann kündigte weitere Veranstaltungen an, darunter zum Thema Energie und zum Stellenwert von Kernkraftwerken. Zwar drohe keine akute Erschöpfung der Rohstoffreserven, kurzfristig sei das Angebot aber teuer und wenig flexibel. Deutschland sei wegen seiner breiten Industriestruktur und geringen Rohstoffvorkommen stärker als andere betroffen.

Da sich zunächst die Industrie den Herausforderungen stellen müsse, sollte die Bundesregierung für Rahmenbedingungen sorgen, um die Ertragskraft und das Eigenkapital der Unternehmen zu stärken, sagte Thumann.

Der Bundeskanzler appellierte an die deutschen Unternehmen, selbst noch mehr in die Rohstoffsicherheit zu investieren, und verwies dazu auf die deutsch-russische Partnerschaft. Dabei gelte es vor allem die Primärenergiebezüge langfristig zu sichern, Erfahrungen bei der Energieeffizienz einzubringen und die Zusammenarbeit auf die Bereiche Förderung, Transport und Verteilung auszudehnen.