Befürchtungen

Industrie lässt Energiewende offenbar von Experten beobachten

Aus Sorge vor einem Scheitern der Energiewende will die Industrie den Umbau des Energieversorgungssystems einem Pressebericht zufolge von eigenen Experten beobachten lassen. Die Zweifel an der diesbezüglichen Kompetenz der Regierung sind offenbar erheblich.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Leipzig (AFP/dapd/red) - Wie das "Handelsblatt" am Donnerstag berichtete, organisiert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein eigenes, professionelles Monitoring. Grund seien Zweifel an der Kompetenz der Bundesregierung. "Es ist in unserem ureigensten Interesse, die Energiewende kritisch zu beobachten", zitierte die Zeitung aus Wirtschaftskreisen.

Engpässe und Preissteigerungen befürchtet

Die Wirtschaft fürchtet demnach Versorgungsengpässe und steigende Strompreise. Laut dem "Handelsblatt" beauftragte der BDI die Deutsche Energie-Agentur (Dena), das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln (EWI) und die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) damit, die Energiewende kritisch zu begleiten und frühzeitig auf Probleme hinzuweisen. "Schon kleine Fehlsteuerungen können langfristig zu enormen Kursabweichungen führen", hieß es laut dem Bericht in Wirtschaftskreisen. Ein von der Bundesregierung im Oktober ins Leben gerufener Monitoring-Prozess greife zu kurz.

Merkel solle Energiewende zur Chefsache machen

Kanzlerin Merkel solle die Energiewende nach dem Willen der ostdeutschen Unternehmerverbände zur Chefsache machen. "Es gibt viele Ankündigungen, aber kein Konzept", sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins, Hartmut Bunsen, am Donnerstag beim 1. Ostdeutschen Energieforum in Leipzig. Die Kanzlerin solle dafür sorgen, dass Innovations- und Energiepolitik in den Vordergrund rückten und nicht die Pendlerpauschale oder das Betreuungsgeld.

Quelle: AFP