Nach Übernahme

Indische Suzlon will Geschäft von REpower ausbauen

Der indische Windturbinenproduzent Suzlon will nach seinem Sieg im Bieterwettstreit um REpower dessen Geschäft weiter ausbauen. Mit einem höheren Produktionsvolumen und geringeren Kosten für Komponenten soll die Marge bei den Deutschen gesteigert werden, sagte der Suzlon-Chairman Tulsi Tanti.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mumbai/Hamburg (ddp-nrd/sm) - Stellenstreichungen seien bei den über 700 REpower-Beschäftigten nicht geplant. Eher werde daran gedacht, die Belegschaft aufzustocken.

Der französische Atomstromkonzern Areva hatte den Bieterkampf verloren, will aber seine Beteiligung von knapp 30 Prozent an dem Hamburger Windkraftanlagenbauer zunächst behalten. Die Franzosen haben den Indern zugesichert, deren Entscheidungen bei REpower mitzutragen, so dass Suzlon effektiv über 60 Prozent des Kapitals kontrolliert. Dazu sollen noch 10 bis 15 Prozent der Aktien kommen, die Suzlon im Rahmen der am Freitag auslaufenden Übernahmeofferte angedient werden.

Areva hatte sich am Donnerstag mit Suzlon auf einen Rückzug geeinigt und wird dafür bevorzugter Anbieter der Inder im Bereich Stromverteilung und -übertragung. Die Franzosen erhielten zudem eine gesicherte Ausstiegsmöglichkeit bei REpower, die ihnen einen Gewinn von mehr als 350 Millionen Euro garantiert. Areva hatte 140 Euro je REpower-Aktie geboten, während die Offerte der Inder bei 150 Euro lag. Auf beide Angebote hatten die Investoren jedoch nur zögerlich reagiert, weil sie auf noch höhere Gebote gehofft hatten.

Den Kaufpreis für REpower bezifferte Suzlon nun mit bis zu 1,3 Milliarden Euro. Die Gesamtsumme werde über einen Zeitraum von drei Jahren gezahlt werden. Areva könne ihre Beteiligung frühestens in einem Jahr verkaufen und müsse sie dann den Indern anbieten. Die Beteiligung des Suzlon-Partners Martifer von 23 Prozent der Anteile werde Suzlon in zwei Jahren für 265 Millionen Euro übernehmen.

Mit der Übernahme wird Suzlon zum weltweit viertgrößten Windturbinenhersteller. REpower hat im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Gewinn nach Steuern hatte bei 7,1 Millionen Euro nach einem Verlust von 6,8 Millionen Euro im Jahr 2005 gelegen. Der Umsatz hatte sich um 40 Prozent auf rund 459 Millionen Euro erhöht.