Forschungsprojekt

In Staßfurt soll Speicher für Ökostrom entstehen

In Staßfurt soll ein neuartiger Druckluft-Speicher für erneuerbare Energie entstehen. Ein entsprechendes Vorhaben kündigte der Energieversorger RWE am Montag an. In Spitzenzeiten der Stromerzeugung werde die Energie mit Hilfe von Kompressoren verdichtet und in einer Kaverne gespeichert.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Staßfurt (dapd/red) - Wenn mehr Energie gebraucht als erzeugt wird, könne diese Druckluft wieder freigesetzt werden. Sie strömt in eine Turbine und erzeugt damit Strom.

RWE arbeitet gemeinsam mit General Electric, der Baufirma Züblin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Speichertechnik. Der Name des Projekts "Adele" steht für "Adiabater Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung". "Adele funktioniert wie eine große Batterie", sagte Gerd Jäger von RWE Power.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) erwartet "von diesem wegweisenden Projekt einen wichtigen Technologieschub im internationalen Maßstab". Wenn es im Zuge dieses Pilotvorhabens gelingen sollte, die Windenergie effizient zu speichern und bedarfsgerecht abzurufen, wäre ein wichtiger Durchbruch erzielt. Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) bezeichnete die Frage der Speicherung als eine der Kernfragen bei der Nutzung von Ökostrom.

Die bei der Druckluft-Erzeugung entstehende Wärme wird für die Freisetzung der gespeicherten Druckluft genutzt. Auf diese Weise könnten 70 Prozent der ursprünglich erzeugten Energie zurückgewonnen werden. Bei bisherigen Druckluftspeichertechnik, bei denen die Wärme nicht genutzt wird, seien es nur 50 Prozent.

Die neue Technik soll bis 2012 entwickelt werden. RWE kündete an, nach Abschluss des Forschungsprojekts 2013 in einem Salzstock in Staßfurt eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 360 Megawattstunden zu errichten. Die Anlage kann den Strom, den 50 Windräder in vier Stunden erzeugen, speichern.

Sachsen-Anhalt gilt als Vorreiter bei der Versorgung mit Ökostrom. Nahezu doppelt soviel Strom wie im Bundesdurchschnitt wird mit Hilfe von Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse erzeugt - insgesamt rund ein Drittel.