Meilenstein

In Jülich entsteht weltweit einzigartiges Solarturmkraftwerk

Die Bauarbeiten für ein weltweit einzigartiges solarthermisches Versuchs- und Demonstrationskraftwerk haben in Jülich begonnen. Bei dem von den Stadtwerken Jülich initiierten Solarturmkraftwerk handelt es sich um ein konventionelles Dampfkraftwerk mit "solarer Feuerung".

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Jülich/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - In Jülich haben die Bauarbeiten für ein weltweit einzigartiges solarthermisches Versuchs- und Demonstrationskraftwerk begonnen. Das geplante Solarturmkraftwerk habe eine elektrische Leistung von 1,5 Megawatt und soll 2008 in Betrieb gehen, teilte das nordrhein-westfälische Energie- und Wirtschaftsministerium heute in Düsseldorf mit. Betreiber der Anlage sind die Stadtwerke Jülich.

"Das Solarkraftwerk ist ein Meilenstein auf dem Weg zur kohlendioxidfreien Stromerzeugung", sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). Für die neue umweltfreundliche Technologie gebe es einen stark wachsenden Markt, vor allem in sonnenreichen Ländern. Dort könnten solarthermische Kraftwerke im Megawatt-Maßstab als kostengünstige Option einen erheblichen Teil des künftigen Strombedarfs decken.

Die insgesamt 21,7 Millionen Euro teure Anlage wurde von den Stadtwerken Jülich zusammen mit weiteren Partnern geplant. Das Projekt wird mit 10,6 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln gefördert. Davon kommen 4,6 Millionen Euro aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums. Der restliche Betrag wird von den Projektpartnern oder über Kredite finanziert.

"Dieses Projekt schließt die Lücke zwischen Entwicklung und kommerzieller Anwendung", kommentierte auch Umweltminister Sigmar Gabriel. Die Technologie für den Solarturm wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Firma Kraftanlagen München entwickelt und in mehreren Vorläuferprojekten durch das Umweltministerium unterstützt.

Bei dem Solarturmkraftwerk handelt es sich um ein konventionelles Dampfkraftwerk mit "solarer Feuerung". Bei Sonnenschein richten sich spezielle Spiegel so aus, dass das Sonnenlicht auf den Turm reflektiert wird. Durch starke Konzentration der Sonneneinstrahlung entstehen an der Spitze des Turms im so genannten Receiver Temperaturen, wie sie auch bei der Verbrennung von konventionellen Brennstoffen auftreten. Dadurch wird Luft auf bis zu 1000 Grad erhitzt. Die so gewonnene Energie erzeugt Wasserdampf, der eine Turbine antreibt. Der erzeugte Strom fließt ins öffentliche Netz.

Schwankungen der Sonneneinstrahlung sollen mittels eines neuartigen Speichers ausgeglichen werden. Scheint die Sonne nicht, kann das Kraftwerk auch konventionell mit Biomasse betrieben werden.