Preise im Norden

In Hamburg und Lübeck wird der Strom teurer

Der Großteil der Stromkunden in Norddeutschland kann sich freuen. Entgegen der Befürchtungen bleiben die Strompreise nach einer ddp-Umfrage in den meisten Städten stabil. Lediglich in Hamburg und Lübeck soll es Preiserhöhungen geben. Dort wechseln bereits viele Kunden zu billigeren Anbietern.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg hat der Monopolist Vattenfall in der Hansestadt seit der Ankündigung zur Erhöhung der Preise vor zwei Monaten bereits mehr als 22 000 Kunden verloren. Entgegen einiger Mitkonkurrenten erhöht Vattenfall zum 1. Juli seine Strompreise. Bei allen Tarifen steigen die Preise um etwa sieben Prozent an, wie Vattenfall-Sprecher Peter Poppe erläuterte. Damit werde ein Teil der höheren Beschaffungspreise an der Strombörse aus dem vergangenen Jahr auf die Kunden umgelegt. Nach Angaben Poppes haben viele Konkurrenten bereits zu Jahresbeginn ihre Preise erhöht. Vattenfall sei damit einfach später dran.

In Osnabrück wurde der Strompreis beispielsweise bereits im Februar um 1,36 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Das sei allerdings die erste Erhöhung seit zwei Jahren, sagte der Sprecher der Stadtwerke, Marco Hörmeyer. Pro Kilowattstunde Strom zahlt man in Osnabrück nun 15,44 Cent bei einem Grundpreis von 3,59 Euro monatlich. "Die Preiserhöhung macht für einen Vier-Personen-Haushalt gerade mal eine Preissteigerung von vier Euro im Monat aus", sagte Hörmeyer. Für den Rest des Jahres erwartet der Sprecher keine weiteren Erhöhungen.

In Hannover geht man davon aus, dass die Strom- und Gaspreise in den nächsten Monaten stabil bleiben werden. Aber auch hier wurde der Strompreis bereits erhöht. Nach mehr als zwei Jahren ohne Anhebungen habe man die Preise im Juni um 5,7 Prozent erhöht, sagte Gernot Hagemann, Sprecher von enercity. Derzeit zahlen Kunden in der niedersächsischen Landeshauptstadt 47,60 Euro Grundpreis pro Jahr für Strom plus 18,81 Cent pro Kilowattstunde. Preisunterschiede in den verschiedenen Städten seien unter anderem auf das Alter des Netzes zurückzuführen, sagt Hagemann.

Auch in Kiel sollen die Strompreise stabil bleiben, wie ein Sprecher sagte. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresstromverbrauch von 3000 Kilowattstunden zahlt derzeit im allgemeinen Tarif 665 Euro. Ein spezieller Kiel-Tarif soll die Kosten auf 610 Euro senken.

Lübecker Stromverbraucher müssen hingegen demnächst tiefer in die Tasche greifen. Am 1. August erhöhen die Stadtwerke den Preis je Kilowattstunde um 7,4 Prozent auf dann 19,24 Cent im allgemeinen Tarif. Beim Spezialtarif Travestrom gebe es ab September eine ähnliche Preissteigerung, sagte Sprecher Lars Hertrampf.

Kunden, die wegen der Preiserhöhungen zu anderen Anbietern wechseln wollen, haben beispielsweise in Hamburg einige Alternativen wie Nuon, Lichtblick oder E.ON. Seit März bietet E.ON ein Kombinationspaket für seine rund 500 000 Gaskunden in der Hansestadt. Bisher seien rund 3000 Gaskunden von ihren Stromanbietern zu E.ON Hanse gewechselt, sagte Sprecher Carsten Thomsen-Bendixen. Die Kosten für den Strom liegen für einen Vier-Personen-Haushalt pro Jahr bei 660 Euro. Das soll auch so bleiben. Bis Ende des Jahres garantiere das Unternehmen Preisstabilität, sagte Thomsen-Bendixen.

In Schleswig-Holstein droht E.ON-Kunden im Herbst eine Preiserhöhung. "Dann wird anhand der Marktlage vollkommen neu entschieden", betonte Thomsen-Bendixen. Schließlich bestimme der Wettbewerb die Preise.