55 Millionen Euro

In Brandenburg entsteht eines der modernsten Biomasse-Kraftwerke Europas

Das Energieversorgungsunternehmen MVV Energie AG und das Entsorgungs- und Dienstleistungsunternehmen ALBA AG errichten zur Zeit in Königs Wusterhausen eines der modernsten Biomasse-Kraftwerke Europas. Rund 160 Millionen Kilowattstunden Strom sollen dort pro Jahr erzeugt werden. Heute legte Landesvater Stolpe den Grundstein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Im Hafen der brandenburgischen Stadt Königs Wusterhausen entsteht zur Zeit eines der modernsten Biomasse-Kraftwerke Europas. Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG und das Berliner Entsorgungs- und Dienstleistungsunternehmen ALBA AG werden rund 55 Millionen Euro in diese Anlage investieren, in der jährlich rund 160 Millionen Kilowattstunden Strom und damit der Bedarf für 55.000 Haushalte erzeugt werden sollen. Am heutigen Montag legte Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe den Grundstein für das neue Kraftwerk.

Nach den Worten von Dr. Werner Dub, Mitglied des Vorstands der MVV Energie AG, wird das Biomasse-Kraftwerk die strengsten Umweltschutzvorschriften der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung einhalten. Für die Verbrennung des Altholzes werde modernste Anlagentechnik ausgewählt. Der Einsatz der zirkulierenden Wirbelschicht garantiere eine effektive Ausnutzung des Brennstoffes Holz. Die elektrische Leistung des Kraftwerks betrage 20 MW.

Die MVV Energie AG plant nach den Worten ihres Vorstandsmitgliedes in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit Partnern aus der Recyclingbranche bundesweit zunächst fünf Biomasse-Kraftwerken. Die ersten vier Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 15 MW bis 20 MW seien in der Projektierung bereits weit fortgeschritten. Neben Königs Wusterhausen sind weitere Standorte in Mannheim, Flörsheim-Wicker (zwischen Wiesbaden und Frankfurt/M.)sowie in Hannover-Misburg geplant. Noch in diesem Sommer wird in Zusammenarbeit mit der Möbel-fabrik HUKLA im südbadischen Gengenbach ein Heizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 2,7 MW in Betrieb gehen. Weitere Biomasse-Kraftwerke sind in Vorbereitung. Insgesamt will die MVV Energie AG ein Investitionsvolumen von bis zu 250 Millionen Euro in Biomassekraftwerke investieren.

Mit diesen und weiteren geplanten Biomasse-Kraftwerken verstärkt die MVV Energie AG ihr Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien und leistet gleichzeitig ihren Beitrag zur Kohlendioxid-Minderung in Deutschland. So werde allein das Biomasse-Kraftwerk in Königs Wusterhausen, so Dr. Werner Dub, gegenüber einem modernen Kohlekraftwerk jährlich rund 120.000 Tonnen des Klimagifts Kohlendioxid einsparen.

Kooperationspartner der MVV Energie AG für das Biomasse-Kraftwerk in Königs Wusterhausen ist die ALBA AG in Berlin. Die Beschaffung von Biomassebrennstoff und die zugehörige Lieferlogistik sowie die Aufbereitung in zwei Anlagen wird über eine gemeinsame Gesellschaft mit Sitz in Königs Wusterhausen realisiert.

Bis zu 160.000 Tonnen Holz pro Jahr werden am Standort Königs Wusterhausen umgeschlagen. Ein Großteil dieses Holzes ist Altholz und Frischholz aus der Region Berlin-Brandenburg. Durch den Hafenstandort des Biomasse-Kraftwerkes ist es möglich, das Holz auch über größere Entfernungen zu transportieren. Somit wird auch Holz aus angrenzenden Bundesländern, beispielsweise Sachsen, verwendet werden können. Ein Großteil des Holzes wird per Schiff angeliefert.

Rund zehn Millionen Tonnen Rest- und Altholz fallen jährlich in der Bundesrepublik an. Diese Hölzer werden teilweise stofflich verwertet aber überwiegend deponiert oder auch exportiert. Das Deponieren wird ab 2005 im Rahmen der Technischen Anleitung Siedlungsabfall nicht mehr zulässig sein. Durch Kooperation mit Partnern, die seit langem schon erfolgreich am Markt operieren, sichert sich die MVV Energie AG für jedes ihrer Projekte langfristig die Lieferung von Alt- und Resthölzern.

Infolge des Projekts entstehen etwa 100 Arbeitsplätze in der Region. Ministerpräsident Stolpe dankte den Investoren und unterstrich zugleich den hohen Stellenwert, den erneuerbare Energien im Land Brandenburg einnehmen würden. Er kündigte an, dass das Land noch in diesem Monat seine energiepolitische Strategie bis ins Jahr 2010 verabschieden werde.