Zusatzverdienst

Immer mehr Bauern werden zu Stromanbietern

Zwar hat Deutschland die drittgrößte landwirtschaftlich genutzte Fläche in der EU, doch vielen Bauern geht es finanziell nicht gerade gut. Manche jobben nebenher als Busfahrer oder betreiben einen Laden, und immer mehr Landwirte entdecken die Erzeugung von Strom aus Wind, Sonne und nachwachsenden Rohstoffen für sich.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Wiesbaden (afp/red) - Mit 16,7 Millionen Hektar verfügt Deutschland über die drittgrößte landwirtschaftlich genutzte Fläche in der EU. Vor der Bundesrepublik liegen nur Frankreich (27,1 Millionen Hektar) und Spanien (23,8 Millionen Hektar), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Ein wichtiger Faktor in der deutschen Agrarlandschaft war der Ökolandbau, der in den vergangenen zehn Jahren einen stetigen Aufschwung erfuhr: 2010 war bereits mehr als jeder zwanzigste der 299.000 landwirtschaftlichen Betriebe nach den Ökokriterien zertifiziert.

Ökostrom als zusätzliche Einnahmequelle

Bei den Produktionsschwerpunkten ermittelten die Statistiker deutliche regionale Unterschiede. So werden in den Voralpen, Mittelgebirgen und im norddeutschen Tiefland überwiegend Rinder gehalten. Der Ackerbau ist hingegen für knapp drei Viertel der Agrarbetriebe in den fruchtbaren Bördegebieten zwischen Hildesheim und Magdeburg der dominierende Betriebszweig. Entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse hat sich der Weinbau als Produktionsschwerpunkt etabliert. Zudem sind Landwirte zunehmend als Energieunternehmer tätig, um ihre Einkommen aufzubessern: Laut Statistik haben bereits 37.400 Betriebe die Erzeugung von Ökostrom aus Wind, Sonne und nachwachsenden Rohstoffen für sich entdeckt.