Photovoltaik-Entwicklung

Im Norden geht immer öfter die Sonne auf

Der Norden Deutschlands hat beim Neubau von Solaranlagen im vergangenen Jahr aufgeholt. Insgesamt gingen in Deutschland 2010 rund 249.000 Solaranlagen mit einer Nennleistung von 7400 Megawatt neu ans Netz, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) ergab.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die meisten entstanden demnach im Süden und Westen. Umgerechnet auf Neuinstallationen pro Kopf der Bevölkerung erreichten aber auch Länder wie Brandenburg und Schleswig-Holstein Spitzenwerte.

Insgesamt hatte beim Bau von Solarenergie Anlagen demnach das bevölkerungsreiche, aufgrund seiner klimatischen Bedingungen gut geeignete süddeutsche Bundesland Bayern die Nase vorn. Ein Drittel der 2010 neu installierten Gesamtleistung (32,8 Prozent) entstand dort. Mit deutlichem Abstand folgten das benachbarte Flächenland Baden-Württemberg (13,8 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen (12,2 Prozent) und Niedersachsen (10,2 Prozent).

Mehr Solarenergie im Norden und Osten

Eine Analyse der Neuinstallationen pro Kopf ergibt nach Angaben des BSW-Solar jedoch eine Rangfolge, in der Brandenburg und Schleswig-Holstein hinter Bayern folgen. 2010 gingen demnach in Südbayern pro 1000 Einwohner Solaranlagen mit einer Nennleistung von 194 Kilowatt ans Netz, in Brandenburg Anlagen mit 136 Kilowatt, in Schleswig-Holstein mit 129 Kilowatt. In Baden-Württemberg waren es demnach nur 94 Kilowatt - genauso viele wie in Mecklenburg-Vorpommern.

Der deutsche Photovoltaik-Markt macht derzeit eine rasante Entwicklung durch. Solaranlagen lieferten 2010 nach Angaben der Bundesregierung rund zwei Prozent des in Deutschland insgesamt verbrauchten Stroms. Der Anteil war damit doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Die neu installierte Nennleistung von 7400 Megawatt entsprach demnach einer Steigerung der Solaranlagen-Gesamtleistung um fast 75 Prozent und war in etwa vergleichbar mit der von fünf Atomkraftwerken. In der Praxis erreichen Sonnenkraftwerke die theoretisch ermittelten Werte aber zumindest in Mitteleuropa selten, weil die Sonne nicht gleichmäßig scheint.

Großanlagen für Solarenergie sind selten

Laut BSW-Solar entstanden in Deutschland 2010 weiterhin überwiegend kleine Solarstromanlagen. 83 Prozent der neuen Sonnenkraftwerke waren Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt, wie sie sich typischerweise auf privaten Häusern, Lagerhallen oder Scheunen finden. Starkes Wachstum verzeichnete aber auch das Segment der mittleren Anlagen zwischen 100 und 1000 Kilowatt Leistung. Zunehmend entstünden auch Solarkraftwerke mit mehr als einem Megawatt. Solche Großanlagen seien vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ans Netz gegangen.

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