Angst vor Versorgungslücke

IHK Nord fordert neue Kraftwerke und längere Laufzeiten von AKW

Die norddeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) haben zur Energieversorgung Norddeutschlands neue Kraftwerke sowie eine Laufzeitverlängerung bestehender Kraftwerke gefordert. Ansonsten sei ab 2020 mit Versorgungslücken zu rechnen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Laut einer am Montag in Hamburg veröffentlichten "Kraftwerkslandkarte" der IHK Nord gehen über 90 Prozent der heute bestehenden Kraftwerksleistung in Norddeutschland bis 2030 vom Netz. Zwar gebe es geplante Neubauprojekte von Kraftwerken, von diesen sei jedoch ein Viertel bereits gescheitert oder vom Scheitern bedroht.

Eine kurzfristige Versorgungssicherheit sei wegen des heutigen Kapazitätsüberhangs zwar noch möglich, "ab 2020 jedoch drohen die Lichter in Norddeutschland auszugehen", sagte ein Sprecher der IHK Nord. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die IHK Nord in einem Positionspapier 16 Punkte für eine Sicherheit bei der Energieversorgung in der Zukunft. Für Norddeutschland sei demnach ein Energie-Mix mit Anteilen konventioneller Energie einschließlich Kernenergie und regenerativer Energie ideal.

Mecklenburg-Vorpommerns früherer Umweltminister Wolfgang Methling (Linke) kritisierte die IHK-Position. Die Zukunft der Energieversorgung liege nicht in Kohlekraftwerken oder Kernenergie, sondern im regenerativen Sektor, sagte der Linksfraktionschef. Deshalb seien der Ausbau und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energie, wie Sonne, Wind, Biomasse und Geothermie, das Gebot der Stunde.

Methling forderte die Wirtschaftskammern auf, sich stärker für die Erschließung und Nutzung erneuerbaren Energieressourcen zu engagieren.

Die IHK Nord ist ein Zusammenschluss der 14 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, die zusammen mehr als 65.000 Unternehmen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertreten.