Mehr Markt, weniger Staat

HSE: Erfolgreiche Bilanz mit geringerem Ergebnis für 2005

"Ein insgesamt erfolgreiches und für die Zukunft der HSE wichtiges Jahr 2005 wurde am Jahresende durch Regulierungseingriffe etwas getrübt", resümierte Albert Filbert, Vorstandsvorsitzender der HEAG Südhessischen Energie AG (HSE), auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Darmstadt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Darmstadt (red) - Im vergangenen Jahr konnten 60 neuen Konzessionsverträgen mit südhessischen Städten und Gemeinden abgeschlossen werden. Über die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ENTEGA, citiworks und NATURpur entwickelte sich der Absatz 2005 weitgehend stabil. Die Stromlieferungen an Endkunden erhöhten sich leicht auf 8,2 Milliarden Kilowattstunden. Der Gasabsatz sank trotz weiterer Kundenanschlüsse witterungsbedingt auf 12,4 Milliarden Kilowattstunden. Der Wasserabsatz blieb bei 14,4 Millionen Kubikmetern. Der Wärmeabsatz hingegen wuchs durch den Anschluss neuer Kunden überproportional und erreichte 0,3 Milliarden Kilowattstunden.

Mit Blick auf die nicht genehmigte Strompreiserhöhung zum Jahresbeginn 2006 wurden im Geschäftsjahr 2005 Rückstellungen in Millionenhöhe gebildet, so Filbert. Deshalb liege das Ergebnis der HSE aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit etwa 59 Millionen Euro um rund 15 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Der Jahresüberschuss gehe gegenüber dem Vorjahr von rund 43 Millionen Euro auf etwa 37 Millionen Euro zurück. Daher würden die Aktionäre eine um 14 Prozent niedrigere Dividende erhalten.

Die weitere Energiepreisentwicklung beurteilt der HSE-Vorstandsvorsitzende Albert Filbert skeptisch: "Die weltweite Energienachfrage und auch politische Instabilitäten in Förderländern lassen keine sinkenden Preise erwarten." Vertriebsvorstand Holger Mayer forderte die Abschaffung Abschaffung der staatlichen Preisgenehmigungsbehörde im Sommer nächsten Jahres verwies auf das ab 1. August 2006 geltende neue Preis- und Tarifmodell der ENTEGA. Mayer: "Wir plädieren hier für mehr Markt und weniger Staat".

Die HSE plant in den nächsten Jahren den Anteil der konventionellen und regenerativen Erzeugungskapazitäten von heute 15 auf bis zu 70 Prozent weitgehend in der Region ausbauen. Außerdem soll sich die neue Vertriebsgesellschaft e-ben für den Wettbewerb bei Gas und Strom in den Netzen anderer Versorger positionieren. Um die eigenen Handlungsspielräume für gesellschaftsrechtliche Kooperationen weiter zu verbessern, soll die Hauptversammlung am 4. Juli die HSE ermächtigen, zehn Prozent der eigenen Aktien zu erwerben. Hierüber verhandele die HSE mit dem Gesellschafter Thüga AG, so Vorstandschef Filbert.

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