Stühlerücken

Homann offiziell als Netzagentur-Chef vorgeschlagen

Der bisherige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jochen Homann, soll neuer Präsident der wichtigen Wettbewerbsbehörde werden. Zumindest ist Homann jetzt ganz offiziell für diese Schlüsselstelle vorgeschlagen worden. Auch für den Posten des Vizepräsidenten gibt es einen Kandidaten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn (dapd/red) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte am Montag: "Jochen Homann ist die beste Wahl für dieses Amt." Der 58-jährige sei ein anerkannter Energieexperte und werde die Aufgaben der Behörde bei der Umsetzung der Energiewende sicher meistern.

Der Beirat der Bundesnetzagentur hatte zuvor auf Drängen Röslers den Diplom-Volkswirt offiziell als Nachfolger von Amtsinhaber Matthias Kurth vorgeschlagen, dessen Vertrag Ende Februar ausläuft. Die letzte Entscheidung liegt bei der Bundesregierung.

Kurth zieht positive Bilanz

Kurth selbst zog im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd am Montag eine positive Bilanz seiner elfjährigen Amtszeit als Behördenchef. So sei etwa der Wettbewerb bei Strom und Gas auch dank der Arbeit der Netzagentur im vergangenen Jahrzehnt deutlich stärker geworden. Die Wettbewerbsbehörde selbst habe an Profil gewonnen.

Unzufrieden zeigte sich der scheidende Amtsinhaber allerdings mit der Entwicklung auf dem Briefmarkt, der noch immer von der Post dominiert werde. Als größte Herausforderung für seinen Nachfolger bezeichnete Kurth die Aufgaben der Behörde bei der Umstellung der Energieversorgung in Deutschland - vor allem bei der Planung des Netzausbaus.

Eduard Franke als Vizepräsident vorgeschlagen

Der Beirat der Netzagentur schlug am Montag außerdem den 57-jährigen Ministerialrat im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, Peter Franke, als neuen Vizepräsidenten der Wettbewerbsbehörde vor. Der Vorsitzende des Beirats und Bundestags-Vizepräsident, Eduard Oswald (CSU), sagte, das Gremium habe mit Homann und Franke zwei anerkannte Experten benannt, "die durch ihre Erfahrungen entscheidend dazu beitragen werden, die beschlossene Energiewende erfolgreich umzusetzen".

Der 1953 im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme geborene Homann studierte in Hamburg Volkswirtschaft und war in seiner Karriere unter anderem als "Redenschreiber" für die Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann (FDP) und Helmut Haussmann (FDP) tätig. Später war er unter anderem Leiter des Grundsatzreferats in der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik des Kanzleramts. Seit Februar 2008 ist er beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.