Forstwirtschaft

Holzvorräte in Deutschland auf Rekordniveau

Der Verband der Ofenhersteller weist darauf hin, dass sich in punkto Holzverbrauch stoffliche und energetische Nutzung nicht ausschlössen. So helfe der Verkauf von Brennholz beim Umbau von Monokulturen zu artenreichen Mischwäldern. Die Holzvorräte in Deutschland bewegten sich derzeit auf einem Rekordniveau.

Holzstapel© Andrea Sachs / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Im Wald entstünde durch das Nachwachsen des Holzes pro Sekunde ein zusätzlicher "Holzwürfel" mit einer Kantenlänge von 1,50 Meter. Und auch die Waldfläche wachse - in den letzten 50 Jahren um zehn Prozent auf derzeit 11,3 Millionen Hektar, was knapp einem Drittel der Fläche Deutschlands entspricht. Auf diese Zahlen macht der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) aufmerksam, der die Hersteller moderner Feuerstätten vertritt. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen rund um den Klimawandel und die Energiewende bedürfe es zuweilen "eines Blickes aus der Distanz", so Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI. Eine ressourcenschonende Holznutzung werde hierzulande bereits seit 300 Jahren betrieben.

Zuwachs übertreffe die Nutzung weiterhin

Vorläufige Zahlen der dritten Bundeswaldinventur wiesen darauf hin, dass der Zuwachs an Holz die Nutzung weiterhin übertreffe. Aktuell beliefen sich die Holzvorräte auf 3,6 Milliarden Kubikmeter oder 330 Kubikmeter je Hektar Waldfläche - das sei ein Spitzenwert in Europa. Rund zehn Prozent der Flächen - zum Beispiel an Steilhängen, in Biotopen oder Nationalparks - würden nicht bewirtschaftet und seien sich selbst überlassen. Die Forderung von Umweltschützern, diese Brachen auf bis zu 20 Prozent des Waldes auszudehnen, bewerten Forstexperten eher skeptisch. Durch eine pauschale Stilllegung würden die 80 Prozent des verbleibenden Nutzwaldes übermäßig stark beansprucht, was gegen eine nachhaltige Forstwirtschaft verstoße.

Umbau zum artenreichen Mischwald

Beim Umbau der Wälder - weg von Monokulturen aus Fichten und Kiefern hin zu artenreichen Mischwäldern - helfe nicht zuletzt auch der private Ofenbesitzer, indem er Brennholz kauft. Denn der Holzverkauf ist mit über 90 Prozent nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle der Forstbetriebe - und stellt somit die wirtschaftliche Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dar.