Mitverbrennung

Holzpellets könnten große Mengen an Kohle ersetzen

Der Energiekonzern Vattenfall hat einen dreimonatigen Großversuch mit veredelten Holzpellets beendet und die Messdaten ausgewertet. Das Ergebnis: Die Pellets könnten bei einer Verbrennung im Steinkohle-Kraftwerk etwa die Hälfte der verbrannten Kohle ersetzen. Auch geringere Mitverbrennungsmengen wären bereits effektiv.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Weder beim Transport auf dem Schiff oder über Förderbänder noch bei der Lagerung hätten sich die Pellets nennenswert anders verhalten als Kohle. Damit sei ein regenerativer Brennstoff gefunden, der bei sehr geringen Investitionskosten am Steinkohlekraftwerk zuverlässig und ohne jede Qualitätseinbußen grüne Energie liefern könne, so das Unternehmen in einer Pressemeldung.

20 Prozent Pellets = Energie eines Windparks

Während der Tests seien Mitverbrennungsraten von bis zu 50 Prozent erzielt und damit 80 Megawatt an Ökostrom erzeugt worden. Schon eine Mitverbrennung von 20 Prozent Holzpellets in einem durchschnittlich großen Kraftwerk würde den Angaben zufolge so viel regenerativ erzeugten Strom liefern wie ein Offshore-Windpark. Gegenüber dem Normalbetrieb würden zusätzlich über 430.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart.

Auch die Deutsche Energie-Agentur (dena) kommt laut Vattenfall in einer kürzlich veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass durch die Mitverbrennung von holzartiger Biomasse (Holzpellets) in Deutschland perspektivisch bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können. Allerdings stellt sich hier die Frage, ob bei einer Mitverbrennung im größeren Maßstab genügend Biomasse zur Verfügung stehen würde, um bestehende Baumbestände nicht zu gefährden.

Förderung seitens der Politik gefordert

"Die Bereitschaft der Politik, die Biomassemitverbrennung in großen Anlagen über einen begrenzten Zeitraum zu fördern, wäre die Initialzündung für sprunghafte CO2-Reduzierungsraten in Deutschland. Anders als bei den Anlagen, die durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) über lange Zeit gefördert werden müssen, könnte sich der internationale Biomasse-Markt bis zum kommenden Jahrzehnt durch die Anschubfinanzierung schon so weit entwickelt haben, dass mit diesem Verfahren grüne Energieproduktion zu Marktpreisen möglich ist," so Hans Dieter Hermes, Leiter der Biomasse-Entwicklung bei Vattenfall.