Gute Ökobilanz

Holzheizung für Bequeme: Womit Pellets punkten

Holz war der erste Wärmelieferant, den der Mensch kannte. Jetzt erlebt der Brennstoff eine Renaissance. Denn im Gegensatz zu Öl oder Gas wächst Holz nach. Doch Kaminöfen und die damit verbundene Holzschlepperei sind nicht jedermanns Sache. Pellets machen die Wärme aus Holz transportfähig.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Olsberg/Düsseldorf (dapd/red) - Mit Pelletheizungen sei das klimafreundliche Heizen mit Holz auch bequem und überall machbar geworden, sagt Martin Schwarz vom Informations- und Demonstrationszentrum Erneuerbare Energien e.V. (I.D.E.E.) im nordrhein-westfälischen Olsberg: "Pellets machen die Wärme aus Holz transportfähig und damit auch für Leute verfügbar, die nicht direkt am Wald wohnen." Außerdem sei das Heizen mit den aus gemahlen Holzresten gepressten Stäbchen sicher, betont Heike Wübbeler von der EnergieAgentur NRW in Düsseldorf: "Pellets sind die beste Holzverfeuerungsart, die wir im Moment haben, da menschliches Fehlverhalten ausgeschlossen wird und es sich bei den Pellets um einen genormten Brennstoff handelt." Das sorge für niedrige Emissionen: "Die Grenzwerte der Emissionsschutzverordnung werden ohne Probleme eingehalten."

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Überhaupt stünden die kleinen Holzzylinder gut da in der Ökobilanz. Zum einen seien sie größtenteils ein Nebenprodukt der holzbearbeitenden Industrie und würden daher mit vergleichsweise geringem energetischen Aufwand hergestellt. "Zehn Prozent des Holzes geht in der Bearbeitung von Rundholz in Form von Säge- und Hobelspänen verloren. Aus diesen Reststoffen entsteht mit den Pellets wertvolles Heizmaterial", erklärt Schwarz. Noch wichtiger: Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas seien Pellets weitgehend CO2-neutral: "Bei der Verbrennung wird nur die Menge CO2 freigesetzt, die der Baum beim Wachsen aufgenommen hat", erläutert Energieexpertin Wübbeler. Auch Umweltkatastrophen wie Tankerunfälle oder Lecks in Pipelines seien im Zusammenhang mit Pellets nicht zu befürchten.

Doch nicht nur die Umwelt profitiere: Die Pellets entlasteten auch den Geldbeutel. "Der Preis liegt etwa ein Drittel unter dem Ölpreis", erklärt Martin Schwarz. Darüber hinaus sei man von globalen Energiemärkten und ihren Schwankungen weitgehend unabhängig und müsse nach dem Winter nicht mit Nachforderungen rechnen. Zwar seien die Anschaffungskosten für die Anlage höher als bei anderen Heizarten, dies amortisiere sich jedoch innerhalb kurzer Zeit.

Es gibt Geld vom Staat

Der Einbau von Pelletheizungen werde zudem staatlich gefördert, zum einen durch Zuschüsse über das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien, zum anderen durch zinsgünstige Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch einige Länder und Kommunen unterstützen den Einbau von Pelletheizungen, einen Überblick gibt die vom Deutschen Pelletinstitut herausgegebene Förderfibel, die im Internet unter depi.de/depi-veroeffentlichungen.php als kostenloser Download abgerufen werden kann.

Heizen mit Pellets kann man entweder mit einem Zentralheizungskessel oder mit einem wassergeführten Pelletofen im Wohnraum: "So ein "Hot Spot" ist für viele Leute ein Thema. Und in einem energieeffizienten Haus kann er die gesamte Wärmeversorgung übernehmen. In Kombination mit einer thermischen Solaranlage hat man eine vollwertige Heizung und noch dazu ein schönes Ambiente", schwärmt Schwarz.

Lagerung und Qualität der Pellets entscheidend

Die Lagerfläche, die man für die Pellets brauche, sei mit der einer Ölheizung vergleichbar, erklärt der Energie-Fachmann: "Als Daumenwert kann man sagen: Pro kW benötigter Heizlast braucht man einen Kubikmeter Lagerraum." Allerdings seien die Pellets angenehmer zu lagern: "Das ist ein sympathischer Brennstoff, der im Gegensatz zu Öl gut riecht." Den Lagerraum solle man am besten mit einem Heizungsbauer gemeinsam planen. Schwarz empfiehlt, sich dabei an die Richtlinie des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) zu halten: "99 Prozent der Störungen an einer Pelletheizung entstehen durch falsche Lagerung oder eine falsche Gestaltung des Lagers." Ausführliche Informationen sind beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband unter depv.de als Download erhältlich oder als Broschüre bestellbar.

Engpässe seien nicht zu befürchten

Wichtig für eine optimale Heizleistung sei die Qualität der Pellets. "Es empfiehlt sich, einen zertifizierten Brennstoff und einen zertifizierten Händler zu wählen", rät Heike Wübbeler. In Zukunft sollen europaweit einheitliche Holzpellets zur Verfügung stehen. Die Europäischen Norm für Holzpellets (EN 14961-2) sei auf dem Weg, die bisherigen nationalen Normen, also auch das Siegel DINplus, abzulösen. "Das neue Zertifizierungssystem ENplus berücksichtige neben der gleichbleibend hohen Produktqualität des Brennstoffs Holzpellets die gesamte Prozesskette - Herstellung, Lagerung und Transport. So kann die Brennstoffqualität entlang der Bereitstellungskette zurückverfolgt werden und sorgt für mehr Transparenz beim Brennstoffhandel und in der Qualitätssicherung", sagt Wübbeler.

Marktengpässe seien nicht zu befürchten, obwohl die Zahl der Pelletheizungen stetig steige: "In den vergangenen Jahren sind bundesweit bestehende Produktionskapazitäten ausgebaut worden und neue Produktionsstätten entstanden." Das schaffe vor allem in strukturschwachen ländlichen Gebieten Arbeitsplätze. Heizen mit Pellets habe also auch eine soziale Komponente.