Mais, Gülle und Stroh

Holstein könnte einen Biomasse-Anteil von 20 Prozent schaffen

Ein Fünftel des schleswig-holsteinischen Energiebedarfs könnte 2020 durch Energie aus Biomasse gedeckt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Kieler Umweltministeriums. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Biomasse lediglich bei gut acht Prozent.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (dapd/red) - Laut Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) ist das energetische Potenzial der Biomasse im Norden damit deutlich höher als ihr bisher angestrebter Versorgungsbeitrag am Endenergieverbrauch in Höhe von 14 Prozent. Den Kalkulationen liegen nur eine moderate Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen zugrunde. Erreicht werde das insbesondere durch eine konsequente Nutzung von Reststoffen, insbesondere Gülle und Stroh, sowie einem züchterischen Fortschritt, sagte sie.

"Damit ist bei konsequenter Nutzung von Reststoffen und dem Anbau geeigneter Energiepflanzen genügend heimische Biomasse vorhanden, um das Ziel- und Ausbauszenario für Energie aus Biomasse im Jahr 2020 zu erreichen", sagte Rumpf. Bedingt durch Faktoren wie Wirtschaftlichkeit oder Akzeptanz werde das Potenzial bis 2020 vermutlich aber nur zu etwa 70 Prozent ausgeschöpft.

Mais ertragreichste Pflanze

"Im Augenblick ist Mais die ertragreichste Pflanze", sagte Rumpf. In der Diskussion sei im Norden derzeit aber auch der Anbau von Zuckerrüben.

Laut einer Studie des Statistikamts Nord betrug der Anteil des aus erneuerbaren Energien produzierten Strom am Bruttostromverbrauch 2010 im nördlichsten Bundesland 49 Prozent. "Wäre 2010 ein normal gutes Windjahr gewesen, hätte der Anteil sogar bei 54 Prozent gelegen", sagte Rumpf. Bundesweit liege der Anteil bei 17 Prozent.

Über alle drei Teilmärkte - Strom, Wärme und Kraftstoffe - lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch des nördlichsten Landes im vergangenen Jahr bei 16 Prozent.

Im Vergleich zur Nutzung fossiler Energien seien die Emissionen von Treibhausgasen dadurch um knapp sechs Millionen Tonnen reduziert worden. Davon entfielen 3,6 Millionen auf die Windenergie und zwei Millionen Tonnen auf Biomasse.