Unverzügliches Einschreiten

Hoher Strom- und Zertifikatepreis: VIK verlangt Kartellamt

Das Bundeskartellamt soll den Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung der vier großen Stromunternehmen auf dem Strom- und Zertifikatemarkt untersuchen. Mit einem entsprechenden Prüfungsbegehren hat sich der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) an die Wettbewerbshüter gewandt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (red) - Die diesjährige Strompreisentwicklung bedrohe zunehmend die dauerhafte Existenz der energieintensiven Unternehmen in Deutschland, machte der VIK sein Anliegen deutlich. Seiner Einschätzung nach sind die hohen Preise ein Ergebnis der Anbieterkonstellation auf den miteinander verbundenen Strom- und Zertifikatsmärkten.

"81 Prozent der Stromerzeugungskapazität und insgesamt 65 Prozent der Kohlendioxid-Zertifikate in Händen der Versorgungswirtschaft und dazu die Verzahnung dieser Märkte. Auf dem deutschen Strommarkt sind die Strompreise allein 2005 um etwa 30 Prozent gestiegen", kommentierte Dr. Alfred Richmann, VIK-Geschäftsführer. Diese Preissteigerung lasse potenzielle Mehrkosten bei Industrie und Gewerbe gegenüber dem Vorjahr in Höhe von einer Milliarde Euro befürchten.

Dabei sei der Preisanstieg in keiner Weise mit tatsächlichen Kostensteigerungen bei den Stromunternehmen durch den Zertifikatehandel oder durch andere Kostensteigerungen zu erklären, ist sich der VIK sicher. Denn auch wenn die Zertifikatepreise an der Börse seit Anfang 2005 immens gestiegen seien: Der Staat habe die Rechte den Beteiligten bewusst kostenlos zur Verfügung gestellt, um die Strompreisauswirkungen auf die Verbraucher gering zu halten. Gesetzgeberisches Ziel sei es auf keinen Fall gewesen, den Energieversorgungsunternehmen die Gelegenheit zu drastischen Erhöhungen der Strompreise zu geben.