Statistik

Hoher Ölpreis bremst Verbrauchsanstieg nicht

Einer aktuellen Statistik des Ölkonzerns ExxonMobils zufolge, stieg der weltweite Ölverbrauch im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent auf 3.780 Millionen Tonnen. In Deutschland hingegen sank er um 1,3 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren verfünffachte sich der Ölpreis der Statistik zufolge auf über 50 Dollar pro Barrel.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Ölpreis hat sich von knapp zehn Dollar pro Barrel im Frühjahr 1999 auf deutlich über 50 Dollar pro Barrel im Oktober 2004 verfünffacht. Anders als bei früheren Preisanstiegen sei dies jedoch nicht auf eine künstliche Verknappung durch Förderbeschränkungen oder Embargo-Maßnahmen zurückzuführen, sondern auf die stetige Erhöhung der Nachfrage, heißt es im aktuellen Bericht von ExxonMobil und Esso.

In den ersten drei Jahren des Preishöhenflugs nahm der Verbrauch um knapp 25 Millionen Tonnen jährlich zu, danach wuchs er um 75 beziehungsweise 100 Millionen Tonnen. Hierfür seien in erster Linie die robuste Konjunktur in vielen Regionen der Welt verantwortlich gewesen, allen voran in Asien. Die Erdölreserven sind dabei in den letzten fünf Jahren um fast ein Viertel gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Weltölförderung um 124 Millionen Tonnen auf 3.821 Millionen Tonnen an und blieb mit 3,3 Prozent unter dem Vorjahreszuwachs, der vier Prozent betragen hatte. Die Förderung sank in Europa und Nordamerika, in Süd- und Ostasien veränderte sie sich im Saldo nicht. In den übrigen Regionen wuchs die Ölproduktion zum Teil erheblich. Im Nahen Osten stieg sie um fast 70 Millionen Tonnen, entsprechend 6,2 Prozent, woran die um mehr als die Hälfte erhöhte Förderung im Irak einen wesentlichen Anteil hatte. Die Raffineriekapazität stieg indes um 0,4 Prozent auf 4.119 Millionen Tonnen.

Der weltweite Ölverbrauch stieg im letzten Jahr um 3,2 Prozent auf 3.780 Millionen Tonnen. Der Zuwachs war im Nahen Osten mit 5,7 Prozent am stärksten, gefolgt von Asien mit 5,2 Prozent und der GUS mit 4,9 Prozent. In Europa stieg der Verbrauch nur um ein Prozent, wobei reife Volkswirtschaften auch Verbrauchsrückgänge verzeichneten, zum Beispiel Deutschland um 1,3 Prozent auf 123,2 Millionen Tonnen. Nach jahrelangen Zuwächsen der Erdgasreserven gingen diese hingegen im Jahr 2004 um 0,6 Prozent auf 170.942 Milliarden Kubikmeter zurück. Wesentlich war dabei der Rückgang der australischen Reserven auf 821 Milliarden Kubikmeter.