Überzahlungen vermeiden!

Hohe Strompreise: Sammelklage in Jena geplant

Gemeinsam mit Verbraucherverbänden bereitet der Jenaer Rechtsanwalt Thomas Fricke derzeit eine Sammelklage gegen die Stadtwerke Jena wegen überhöhter Strompreise vor. Betroffene Jenaer Haushalte können sich beteiligen, sollten aber die "Überzahlung" sofort stoppen, rät Fricke.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Jena (red) - Gegen die hohen Strompreise im thüringischen Jena können sich betroffene Verbraucher jetzt wehren. Wie der Jenaer Rechtsanwalt Thomas Fricke vorrechnet, liegen die Strompreise in der Universitätsstadt um bis zu 33 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

"Kunden können sich wehren, indem sie sich gemäß Paragraph 315 BGB auf die Unbilligkeit der Preise berufen und die Rechnungsbeträge entsprechend kürzen", empfiehlt der Energierechtsexperte. Weil schon in den durchschnittlich in Deutschland gezahlten Kosten pro Kilowattstunde erhebliche Gewinne für Erzeugung, Transport und Vertrieb einkalkuliert seien, sollten die "nachweislich von keinen Kosten untersetzten" Rechnungsbeträge nicht gezahlt werden. Stattdessen sollte die betroffenen Kunden die Stadtwerke schriftlich auffordern, ihre Preiskalkulation offen zu legen, rät Rechtsanwalt Fricke.

Gleichzeitig kündigte er eine Sammelklage an, mit der er gemeinsam mit Verbraucherverbänden die Rückzahlung der in den letzten Jahren zuviel gezahlten Strompreise. bei den Stadtwerken Jena gerichtlich durchsetzen will. Wichtig ist jedoch, dass es nicht erst noch weiter zu Überzahlungen kommt, welche sich die Verbraucher erst selbst gerichtlich zurück erstreiten müssen. "Die Stadtwerke sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Stromkunden so billig und sicher wie möglich mit Strom zu versorgen. Gegen diese gesetzliche Verpflichtung wird offensichtlich verstoßen", macht Fricke sein Anliegen nochmal deutlich. Er zeigte sich - auch aufgrund bereits ergangener Urteile - zuversichtlich, dass die Verbraucherrechte von den Gerichten weiter gestärkt werden.

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