Umfrage

Hohe Sicherheitsbedenken gegenüber Atomkraftwerken im Ausland

Mehr als jeder zweite Deutsche spricht sich für eine Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke aus. Gleichzeitig gehen aber 45 Prozent davon aus, dass regenerative Energie die Atomkraft in 50 Jahren abgelöst haben werden. Wenn es um die Sicherheit von Atomanlagen geht, haben die Deutschen vor allem gegenüber Anlagen in Osteuropa Sicherheitsbedenken.

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Köln (red) - Einer Online-Befragung im YouGov Panel Deutschland zufolge beurteilt knapp jeder Dritte den geplanten Atomausstieg positiv. 55 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten aus, nur knapp jeder Fünfte ist dagegen. Gleichzeitig glauben 45 Prozent der Deutschen, dass die Atomenergie in 50 Jahren passé sein wird.

Die Bereitschaft für regenerative Energien mehr zu bezahlen, ist allerdings relativ gering. Lediglich knapp jeder Dritte der Befragten würde dafür Mehrkosten in Kauf nehmen. Mehr als jeder Zweite zeigt keine Bereitschaft.

Sicherheitsbedenken vor allem gegenüber Tschechien

Auf die Frage, ob sie Bedenken gegenüber der Sicherheit deutscher Atomkraftwerke hegen, zeigen sich 42 Prozent der Befragten wenig besorgt. Sehr große Bedenken äußerte dagegen fast jeder Fünfte.

Die Sicherheit der Atomkraftwerke in den europäischen Nachbarländern bewerten die Deutschen dagegen deutlich kritischer. 37 Prozent der Befragten äußerten große Bedenken. Vor allem Tschechien genießt diesbezüglich ein sehr geringes Vertrauen, 89 Prozent der Befragten nannten das Land als nukleare Gefahrenquelle. Frankreich folgt auf Platz zwei mit 49 Prozent.

Gegenüber anderer europäischer Nationen haben nur 29 Prozent große Bedenken. Die größte Sorge machen den Befragten hierbei die AKWs in der Ukraine, gefolgt von Russland und Rumänien (jeweils über 85 Prozent). Rund drei Viertel der Befragten haben ebenfalls wenig Vertrauen in die Anlagen der Slowakei, Slowenien, Bulgarien und Litauen .

Geringe Bedenken hegen die Deutschen dagegen gegen die Sicherheit der AKWs in Großbritannien und Spanien, Schweden und Finnland. Nur drei Prozent gaben an, überhaupt keine Sicherheitsbedenken zu haben.