Erste Stichproben

Hohe Quecksilber-Belastung durch zerbrochene Energiesparlampen

Eine Stichprobe des Umweltbundesamtes zeigte, dass die Quecksilber-Belastung unmittelbar nach dem Bruch einer Energiesparlampe bis zu 20 mal höher sein kann als der unbedenkliche Richtwert für Innenräume. Bruchstücke sollten unbedingt schnell beseitigt werden, intensives Lüften ist ebenfalls wichtig.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Dessau-Roßlau (red) - Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt, dass Kinder und Schwangere sich von zerbrochenen Energiesparlampen fernhalten sollten. "Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen. Daher brauchen wir mittelfristig eine Lampentechnik, von der keine Quecksilberbelastung ausgeht", sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Bei den Tests wurden zwei Energiesparlampen europäischer Markenhersteller untersucht, eine mit 2 mg und die andere mit 5 mg Quecksilber. Keine Lampe hatte eine Schutzummantelung und beide wurden in heißem Betriebszustand zerbrochen. Werden die Bruchstücke nicht beseitigt, ist die Konzentration an Quecksilber auch nach fünf Stunden noch so hoch, dass sie gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen könnte. Nach ordnungsgemäßer Beseitigung dürfte die Konzentration jedoch schnell wieder abnehmen.

Bruchsichere Lampen fürs Kinderzimmer

Vor allem für Kinderzimmer, Schulen, Sporthallen oder Kindergärten empfiehlt das UBA bruchsichere Energiesparlampen mit einer Ummantelung oder anderen Schutzmaßnahmen, die die Lampe vor dem Zerbrechen schützen. Auch stehen für die meisten Anwendungen alternative Leuchtmittel zur Verfügung, die ohne Quecksilber auskommen (LED, Halogen). Bruchsichere Modelle sind bereits im Handel verfügbar. Sollte die Industrie nicht auf freiwilliger Basis mehr bruchsichere Energiesparlampen anbieten, empfiehlt das UBA eine ordnungsrechtliche Vorgabe durch die Europäische Union.

Derzeit müssen die Verbraucher für die höhere Sicherheit allerdings gewisse Komforteinbußen in Kauf nehmen, weil die Anlaufzeiten bis zum Erreichen der maximalen Helligkeit länger dauern und die Lampen teurer sind. Ferner rät das UBA dringend dazu, Warn- und Beseitigungshinweise für den Fall des Lampenbruchs auch den Verpackungen beizufügen.

Die Entsorgungsfrage

Ebenfalls ein wichtiges Thema ist die sichere Entsorgung der Energiesparlampen. Bislang sind Verbraucher verpflichtet, ausgediente Energiesparlampen zu Sammelstellen zu bringen. Das ist zwar kostenlos, für Verbraucher aber nur selten zumutbar, meint UBA-Präsident Flasbarth. Das UBA fordert daher ein Rücknahmesystem, bei dem die Lampen direkt im Laden zurückgegeben werden können.

Mittelfristig sollte Lampentechnik nach Meinung des UBA ganz auf Quecksilber verzichten. Zurzeit dürfen Energiesparlampen bis zu 5 mg Quecksilber enthalten. Das Umweltbundesamt will die Ergebnisse noch einmal durch weitere Messreihen überprüfen. Dabei sollen weitere Lampentypen in die Untersuchung mit einbezogen werden.