Klimaschutz

Hohe Erwartungen an Klimagipfel in Kopenhagen

Zu Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen steigen in Deutschland die Erwartungen an die Verhandlungen über ein Klimaschutzabkommen. Politiker und Wirtschaftsvertreter äußerten sich am Montag zum Auftakt des Gipfels verhalten positiv. Gleichzeitig forderten sie die Bundesregierung auf, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), versicherte, Deutschland werde den Nachweis erbringen, dass Wirtschaftswachstum und ambitionierter Klimaschutz gleichzeitig möglich seien. Sie verwies darauf, dass Klimaschutz zwar Geld koste, es aber teurer sei, nicht zu handeln. Sie kündigte an, dass Deutschland den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und in Energieeffizienz investieren wolle.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sieht die Kopenhagener Weltklimakonferenz zum Erfolg verpflichtet. "Es geht um eine Grundfrage des Überlebens auf diesem Planeten", sagte Röttgen heute im ARD-"Morgenmagazin". Ein Fehlschlag der Konferenz "darf nicht kommen".

Klimaschutz bringt keine wirtschaftlichen Nachteile

Der frühere Umweltminister und Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel in Potsdam, Klaus Töpfer, appellierte an die Bundesregierung, die Mittel für die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig rief er die schwarz-gelbe Koalition dazu auf, sich ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz zu setzen. Er erinnerte daran, dass daraus kein wirtschaftlicher Nachteil entstehe. "Ganz im Gegenteil: Wir werden dadurch die Arbeitsplätze und die Technologien sichern, die die Welt braucht", sagte Töpfer. Auch Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), verwies darauf, dass sich Klimaschutz langfristig rechne. "Man muss es nicht als Kosten sehen, sondern als Investitionen in die Zukunftsmärkte", betonte sie.

Industrie fürchtet verzerrten Wettbewerb durch Klimaschutz

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sprach sich für einen "weltweiten Fahrplan zur Reduktion von Treibhausgas­emissionen" aus. Der Verband warnte jedoch davor, dass der Wettbewerb zwischen den Unternehmen durch unterschiedliche Klima­schutzlasten verzerrt werden könnte. Die von der EU in Aussicht gestellte Minderung der Treibhausemissionen um 30 Prozent bis 2020 sieht der BDI daher skeptisch. Dies käme nur in Frage, "wenn die anderen Industrieländer sich auf vergleichbare absolute Minde­rungsziele verpflichten und auch die wesentlichen Schwellenländer ehr­geizige Minderungsbeiträge erbringen", teilte ein Sprecher mit.