Insolvenz

Hohe Energiepreise gefährden Unternehmen

Wegen der steigenden Energiepreise drohen nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" in mehreren Industriezweigen Firmenpleiten. Der am Dienstag bekanntgegebenen Insolvenz der Düsseldorfer Papierfabrik Hermes seien bereits Pleiten in zwei anderen Unternehmen der Branche vorausgegangen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp.djn/sm) - Vor wenigen Tagen habe die Papierfabrik Scheufelen aus dem Kreis Esslingen mit 620 Arbeitsplätzen wegen zu hoher Energiekosten Insolvenz angemeldet. Aus diesem Grund sei auch die Firma Heil aus Darmstadt gescheitert.

Hohe Energiepreise machen dem Bericht zufolge auch der Aluminium- und der Zinkindustrie zu schaffen. "Die Situation ist sehr ernst", sagte Energieexperte Michael Niese von der Wirtschaftsvereinigung Metalle der Zeitung. Er schloss Arbeitsplatzverluste und Hüttenschließungen wegen hoher Energiepreise nicht aus. Nach Berechnungen der Wirtschaftsvereinigung nehmen die Energiekosten 50 Prozent vom Umsatz der Aluminiumbranche ein, bei Zink ist es rund ein Drittel.

Die Stahlbranche klage inzwischen über Wettbewerbsnachteile durch die hohen Energiepreise in Deutschland, schreibt die Zeitung weiter. "Das ist auf jeden Fall wettbewerbsverzerrend", sagte Beate Brüninghaus von der Wirtschaftsvereinigung Stahl dem Blatt. Im Schnitt liege der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten bei 20 bis 25 Prozent. Auch die Zementindustrie klage zunehmend über die steigenden Energiepreise.