Aussicht

Hoffnung: Weniger zahlen für Gas und Strom?!

Die Bundesnetzagentur macht den Verbrauchern weiterhin Hoffnung auf sinkende Strom- und Gaspreise. Verschiedenen Zeitungsberichten zufolge sollen die Durchleitungsgebühren im Gasnetz noch im August geprüft werden. Beim Strom sollen sich die Entscheidungen auch auf den Endkundenpreis auswirken.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Die Bundesnetzagentur macht Verbrauchern Hoffnung auf ein baldiges Sinken der Preise für Gas und Strom. Sie werde bereits demnächst die Gebühren weiterer Branchenunternehmen unter die Lupe nehmen, die diese für das Nutzen ihres Leitungsnetzes durch andere Anbieter nehmen, kündigte Agentur-Chef Matthias Kurth am Wochenende an. Ziel sei es, den Wettbewerb unter den Anbietern zu verschärfen und so Gas und Strom billiger zu machen.

Voraussichtlich noch im August werde die Bundesnetzagentur bei Gas die Durchleitungsgebühren einiger großer Anbieter senken, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Angaben aus der Bundesnetzagentur. Bis Oktober würden dann weitere Netznutzungstarife folgen. Ab Oktober soll jeder Erdgasverbraucher frei wählen können, von welchem Anbieter er Erdgas bezieht. Der Chef des größten ostdeutschen Gasversorgers VNG, Klaus-Ewald Holst, rechnet deshalb schon bald mit mehr Wettbewerb in seiner Branche, wie er der Zeitung sagte. Bislang gibt es allerdings lediglich in Berlin und Hamburg erste Konkurrenten zu den etablierten Gasanbietern für die Haushalte.

Beim Strom, wo bereits bei Unternehmen wie RWE, EnBW und Vattenfall die Durchleitungsgebühren zum Teil drastisch gekürzt wurden, werden die Kunden nach Ansicht Kurths unmittelbar davon profitieren. "Jeder betroffene Netzbetreiber muss jetzt seine Preise neu kalkulieren", sagte Kurth dem Nachrichtenmagazin "Focus". Er betonte: "Das schlägt sofort auf die Rechnung durch."

In der vergangenen Woche hatte die Agentur den Stromriesen RWE und EnBW vorgeschrieben, die Kosten für die Durchleitung durch ihre Hochspannungsnetze acht bis neun Prozent niedriger anzusetzen. Zuvor waren bereits Vattenfall die Netzentgelte um 18 Prozent gekürzt worden. Kurth kündigte an: "In den nächsten Wochen folgen Entscheidungen über die Anträge der Stadtwerke und der Verteilnetze."

Kurth kritisierte gleichzeitig die im Vergleich zur Telekommunikation schleppende Liberalisierung des Energie-Marktes. "Die erste Stufe der Marktöffnung war leider unvollkommen", sagte er. Man habe allzu lange auf freiwillige Vereinbarungen der Branche mit den Abnehmern gesetzt. "Jetzt holen wir schnell und gründlich auf, auch wenn manche den wettbewerbsfördernden Kurs wieder blockieren möchten", betonte Kurth.

Von Hartmut Wagner