Störanfällige Reaktoren

Höhn will strengere Auflagen für AKW-Betreiber

Die Betreiber von Atomkraftwerken müssen nach Ansicht der Grünen-Politikerin Bärbel Höhn strengere Auflagen bekommen. Alte Reaktoren wie Brunsbüttel und Biblis A seien "sehr störanfällig", sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Dienstagausgabe).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Momentan würden vor allem die Steuerzahler die Folgeschäden von Unfällen absichern. Die Haftungsvorsorge der Betreiber betrage lediglich 2,5 Milliarden Euro. "Bei einem größeren Unfall reicht diese Summe hinten und vorne nicht, sondern der Staat müsste einspringen", sagte Höhn. "Müssten die Stromkonzerne Versicherungssummen entsprechend dem Schadenspotenzial zahlen, würde Atomstrom erheblich teurer."

Die Betreiber hätten bis Ende 2005 knapp 30 Milliarden Euro über den Strompreis für die Stilllegung der Reaktoren und die Endlagerung des radioaktiven Mülls eingesammelt. Jährlich würden erhebliche Beträge dazukommen. "Mit diesen steuerfreien Rückstellungen gehen die Konzerne weltweit auf Einkaufstour, was zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führt", kritisierte Höhn.