Umfrage

Höherer Strompreis für die Energiewende?

Einen höheren Strompreis für die Energiewende würde weniger als die Hälfte der Deutschen in Kauf nehmen. Einer Umfrage von Infratest zufolge wären hauptsächlich die besser Verdienenden dazu bereit. Insgesamt sankt die Bereitschaft zu höheren Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent.

Stromkosten© babimu / Fotolia.com

Köln (red) - Mehr als jeder zweite Deutsche ist nicht bereit, für die Umstellung auf erneuerbare Energien steigende Preise in Kauf zu nehmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD-Sendung "Hart aber fair". 54 Prozent der Befragten antworteten auf die entsprechende Frage mit "Nein". Dagegen würden 41 Prozent der Bürger für die Energiewende höhere Strompreise zahlen als bisher. Drei Prozent wären der Umfrage zufolge bereit, mehr Geld in die Energiewende zu investieren, wenn sich der Preisanstieg "in Grenzen hält".

Bereitschaft abhängig vom Einkommen

Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr 3.000 Euro sind mehrheitlich (56 Prozent) bereit, für die Energiewende höhere Stromkosten zu bezahlen. In ärmeren Haushalten sieht das anders aus. Bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro wären 59 Prozent nicht dazu bereit, höhere Stromkosten zu zahlen. Bei einem Einkommen zwischen 1.500 und 3.000 Euro ist die Ablehnung sogar noch größer: 62 Prozent der Befragten in dieser Gehaltsgruppe sind nicht bereit, dafür steigende Preise in Kauf zu nehmen.

Zustimmung insgesamt gesunken

Damit sinkt die Zustimmung der Bevölkerung weiter. Bei einer Infratest-Umfrage im Oktober 2012 hielten noch 48 Prozent der Befragten höhere Kosten für inakzeptabel - sechs Prozentpunkte weniger als heute. Infratest befragte im Auftrag von "Hart aber fair" an drei Tagen insgesamt 1.000 Bundesbürger.