30 Prozent mehr

Höhere Wärmestrompreise bei EnBW sorgen für Ärger

Mit Kritik haben baden-württembergische Politiker auf die Ankündigung des Energieversorgers EnBW reagiert, die Wärmestrompreise zu erhöhen. Die Preissprünge bei den Wärmestromtarifen der EnBW seien so gewaltig, dass ihre Berechtigung von den Kartellbehörden unter die Lupe genommen werden müsse.

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Stuttgart (dapd/red) - Das sagte am Montag der SPD-Fraktionschef im Landtag, Claus Schmiedel. Im Einzelfall könne die Erhöhung bei 40 Prozent liegen. Auch wegen der fehlenden Wechselmöglichkeit für die Verbraucher halte er eine kartellrechtliche Überprüfung für geboten.

Stromanbieter verlangt 30 Prozent mehr ab 2012

Zuvor hatte EnBW eine deutliche Erhöhung der Wärmestrompreise angekündigt. Kunden müssten ab 1. November inklusive einer einmaligen Bonuszahlung etwa 15 Prozent mehr zahlen, im Folgejahr kämen auf Bezieher von Wärmestrom durchschnittlich fast 30 Prozent höhere Kosten zu.

Insbesondere die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) sowie die Beschaffungskosten für Strom seien erheblich gestiegen, hieß es zur Begründung. Für die Umstellung mache EnBW dem Großteil der Kunden mit strombetriebenen Heizungen und Wärmepumpen ein neues Vertragsangebot zum 1. November 2011. Statt bisher etwa 200 Produkttypen soll es dann nur noch 40 geben.

Untersteller: Das werden die Kunden spüren

Neben Schmiedel kritisierte auch Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) das Unternehmen. Zwar habe der Stromanbieter in den vergangenen Jahren die allgemeinen Preissteigerungen im Energiesektor beim Wärmestrom nicht an die Verbraucher weitergegeben. Diese Erhöhung sei dafür umso deutlicher. "Das werden die Stromkunden richtig spüren", sagte Untersteller.

Das Land hält 46,5 Prozent am Grundkapital und der Stimmrechte von EnBW und ist damit mit den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW), die einen Aktienanteil in gleicher Höhe besitzen, Hauptanteilseigner.