Tipps zum Anbieterwechsel

Höhere Strompreise: Sonderkündigungsrecht nutzen

Dutzende Versorger kündigen in diesen Tagen höhere Strompreise ab 1. Januar an. Noch bis 20. November haben die Anbieter Zeit, über Aufschläge zu informieren. Das muss man nicht hinnehmen: Aufgrund der angekündigten Preiserhöhungen hat man als Kunde ein Sonderkündigungsrecht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Mit gestiegenen Kosten bei der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz werden die Aufschläge von rund 2 Cent pro Kilowattstunde in den Schreiben an die Stromkunden begründet – macht bis zu 65 Euro mehr im Jahr für einen Durchschnittshaushalt. "Alle Stromkunden haben angesichts der angekündigten höheren Strompreise ein Sonderkündigungsrecht", rät die Verbraucherzentrale NRW, den Dreh an der Tarifschraube nicht einfach hinzunehmen. Durch den Wechsel in einen günstigeren Tarif kann ein dreistelliger Euro-Betrag im Jahr gespart werden.

Kündigungsmodalitäten

Der Versorger muss die höheren Strompreise zum 1. Januar 2011 bis zum 20. November den Kunden (per Brief) mitgeteilt haben. Alle Stromkunden haben aufgrund der angekündigten Preiserhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht. Achtung: Da die gesetzliche Kündigungsfrist einen Monat beträgt, bleibt für die Kündigung nur eine knappe Frist von etwa zwei Wochen, nämlich bis zum 30. November. Bis dahin muss das Kündigungsschreiben beim alten Versorger eingegangen sein. Bis zu diesem Termin sollte auch zu einem günstigeren Tarif gewechselt oder ein neuer Anbieter beauftragt sein.

Stromanbieterwechsel ohne Risiko

Doch niemand muss fürchten, im Dunkeln zu sitzen. Sollte der neue Versorger aus irgendwelchen Gründen ausfallen oder der neue Anbieter nicht rechtzeitig beauftragt worden sein, erfolgt – so die Vorschrift – die nahtlose Belieferung durch den örtlichen Grundversorger. Es bleiben dann drei Monate Zeit, um sich einen neuen Stromversorger zu suchen.