Jahrhundertflut

Hochwasser: VKU organisiert Hilfsbörse "Stadtwerke in Not"

Der Verband kommunaler Unternehmen will den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Stadtwerken im Osten Deutschlands helfen und diesbezüglich die Hilfsbörse "Stadtwerke in Not" eingerichtet. Die VKU-Mitgliedsunternehmen sollen Fachpersonal und Geräte bereitstellen. In Österreich hilft die Energie AG mit kostenloser Schrottentsorgung.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Von der Überschwemmungskatastrophe im Osten Deutschlands sind auch eine Vielzahl von Stadtwerke-Einrichtungen betroffen, was in vielen Städten zu Strom- und Gasabschaltungen sowie zu Engpassproblemen bei der Trinkwasserversorgung geführt hat. Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) hat nun eine Hilfsbörse organisiert: Die fast 1000 Mitgliedsunternehmen des Verbands wurden gebeten, solidarische Hilfe zu leisten.

Dresden: Heizkraftwerk unter Wasser

Das volle Ausmaß der Schäden, die den betroffenen Stadtwerken in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg entstanden sind, könne wahrscheinlich erst ganz erfasst werden, wenn das Hochwasser wieder zurückgegangen sei, ließ der VKU verlauten. In Dresden, wo der Pegel mittlerweile über neun Meter (!) anzeigt, steht ein großes Heizkraftwerk unter Wasser, zwei komplette Wasserwerke mussten außer Betrieb genommen werden. Die Trinkwasserversorgung in Dresden könne zwar mit großen Anstrengungen für die nächsten Tage gesichert werden, dennoch wurden die Einwohner Dresdens vom örtlichen Versorger DREWAG aufgefordert, mit Trinkwasser sorgsam umzugehen. Hinzu kommt: Bevor das überschwemmte Heizkraftwerk Nossener Brücke wieder Wärme und Strom produzieren kann, müssen die elektrischen und leittechnischen Anlagen in großer Zahl getrocknet und überprüft werden - auch das wird einige Tage in Anspruch nehmen.

VKU richtet Hilfsbörse "Stadtwerke in Not" ein

Um in Dresden und andernorts schnell und unkompliziert helfen zu können, hat der Verband kommunaler Unternehmen jetzt in seinem Hauptstadtbüro eine Hilfsbörse "Stadtwerke in Not" eingerichtet, um die Bereitstellung von notwendigem Fachpersonal bzw. Anlagentechnik (Notstromaggregate und Trocknergeräte etc.) für die betroffenen Stadtwerke zu koordinieren. Alle 975 Mitgliedsunternehmen im VKU wurden gebeten, solidarische Hilfe zu leisten.

Österreich: Energie AG holt Schrott ab

In Österreich hat die Energie AG für die von Hochwasser betroffenen Haushalte ebenfalls eine Art Notfall-Service eingerichtet. Zur Beseitigung des anfallenden Mülls im Haushaltsbereich bietet das Energie AG-Tochterunternehmen AVE die kostenlose Entsorgung und Abholung zerstörter Geräte - darunter Elektro- und Elektronikschrott, aber auch Sperrmüll sowie verdorbene Lebensmittel - an. Man sei bemüht, weitere Entsorgungspartner zu gewinnen, heißt es.

Sechs LKW kostenlos für Hochwassergeschädigte im Einsatz

Zudem stellt die Energie AG ihren Umzugsservice - sprich: sechs LKW - ab sofort gratis zur Verfügung. Die Energie AG erhebt weder Ausleihgebühr noch eine Kaution; es gilt auch keine Kilometer-Begrenzung. Die Treibstoffkosten übernimmt ebenfalls die Energie AG. Für Anfragen sind die Mitarbeiter der Energie AG unter der kostenlosen Service-Hotline 0800-818000 erreichbar.

Weiterführende Links
  • Der Bundeskanzler und die Verantwortlichen der Medienanstalten ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSAT.1 bitten um Spenden für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen. Hilfsorganisationen haben dafür eigene Konten eingerichtet. Übersicht: