Derivatehandel

HEWwetterprotect: FRIGO senkt Energiekosten um 30 Prozent

Die Hamburger FRIGO Gefrierhaus GmbH musste in warmen Sommern mit bis zu 18 000 Euro mehr Energiekosten rechnen, als in kühlen Sommern. Um die schwer kalkulierbaren Kostenschwankungen zu reduzieren und planbare Energiekosten zu haben, handelte das Unternehmen mit HEWwetterprotect einen wetterindizierten Energiepreis aus.

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Als erster HEWwetterprotect-Kunde konnte die Hamburger FRIGO Gefrierhaus GmbH ihre Energiekosten jetzt um nahezu 30 Prozent senken. In kalten Sommern lagen die Stromkosten für die benötigte Kühltemperatur von minus 28 Grad Celsius bei 37 000 Euro, in heißen Sommern hingegen summierten sich die jährlichen Kosten für die gleiche Leistung auf bis zu 55 000 Euro. Um die schwer kalkulierbaren Kostenschwankungen zu reduzieren und planbare Energiekosten zu haben, wurde zwischen den Vertragspartnern ein wetterindizierter Energiepreis vereinbart.

HEW und FRIGO haben nun ein Preissystem über den Zeitraum von April bis September verhandelt, bei dem in heißen Sommern günstigere Arbeitspreise und in kalten Sommern etwas höhere als vorher berechnet werden. Pro Grad Temperaturerhöhung stiegen früher die Stromkosten bei FRIGO um 100 Euro. Wird jetzt ein vereinbarter Temperaturmittelwert unterschritten, zahlt FRIGO zwar etwas mehr als sonst an kalten Tagen, wird dieser Wert aber überschritten, muss FRIGO für jedes Grad 100 Euro weniger Stromkosten als zuvor bezahlen. Im Ergebnis soll HEWwetterprotect dem Kunden eine annähernd lineare Planungsgröße für die Kostenkalkulation ermöglichen.

Mit dem sogenannten Derivatehandel, der aus den USA stammt, hatten sich bisher ausschließlich Energieversorgungsunternehmen bei ihren Strom- und Wärmegeschäften abgesichert. Neu beim HEWwetterprotect ist, dass dieser Handelsmechanismus erstmals nicht nur zu Eigenzwecken genutzt werden kann, sondern gekoppelt an den Strompreis auch Kunden der HEW die Möglichkeit einer Absicherung bietet.