Bilanz

HEW wertet Geschäftsjahr 2001 als "erfolgreich"

Die Hamburgische Electricitaets-Werke AG blickt zufrieden auf das 108. Geschäftsjahr ihres Bestehens zurück - Stromabsatz und Fernwärmeverkauf hat man erhöhen können, das Ergebnis konnte deutlich gesteigert werden. Nun will man gemeinsam mit den schwedischen Kollegen zu einem "Top-Player" in Deutschland und Europa aufsteigen.

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Der Vorstand der Hamburgischen Electricitaets-Werke AG (HEW) hat das Geschäftsjahr 2001 als "erfolgreich" bewertet. Im bundesweiten Wettbewerb habe sich das Unternehmen behaupten, Kundenbeziehungen festigen und Absatzgewinne erzielen können, fasste der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Rauscher im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz zusammen, die heute in der Hansestadt stattfand. In Hamburg selbst verzeichne man einen unverändert hohen Marktanteil von rund 96 Prozent.

"Unsere Unternehmensstrategie hat nach wie vor das Ziel, auf dem europäischen Markt zu wachsen. Mit dem Erwerb der Aktien an den ostdeutschen Unternehmen VEAG und LAUBAG sowie als Hauptaktionär der Bewag hat die HEW maßgeblich in ihre Zukunft investiert. Diese Investitionen werden sich auszahlen durch eine erfolgreiche und ertragsstarke Position am Markt und durch sichere und anspruchsvolle Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter", ließ Rauscher das 108. Geschäftsjahr des Unternehmens Revue passieren. Gemeinsam mit den schwedischen Kollegen von Vattenfall wolle man eines der drei führenden Unternehmen der Branche in Deutschland schaffen und einer der fünf "Top-Player" auf dem europäischen Markt werden. "Die Voraussetzungen dafür sind zum größten Teil erfüllt", so Rauscher, "unsere Vision wird im Laufe der nächsten Monate Wirklichkeit werden".

Stromabsatz erhöht

Der Stromverkauf der HEW AG belief sich im Jahr 2001 auf 15,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit ist der Absatz gegenüber dem Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Kilowattstunden moderat gestiegen. Die Stromhandelsgesellschaft Nordic Powerhouse GmbH verdreifachte ihr Liefervolumen auf rund 46 Milliarden Kilowattstunden.

Im traditionellen Hamburger Versorgungsgebiet ging der Stromverkauf um ein knappes Prozent auf rund 11,9 Milliarden Kilowattstunden zurück. Gründe dafür seien die allgemein schwache Konjunktur und der "ungebrochen heftige Wettbewerb" gewesen. Dennoch sei die Kundenbindung an das Unternehmen unverändert "sehr hoch" einzustufen.

Auch außerhalb der Bundesrepublik hat die HEW den Absatz gesteigert. In Italien und Österreich seien bedeutende Geschäftskunden akquiriert worden. Der Kundenstamm in Frankreich wurde ebenfalls aufgestockt. Von den mehr als 110 Industriekunden, die sich bisher vom europäischen Marktführer Électricité de France (EdF) losgesagt haben, hat die HEW eigenen Angaben zufolge 26 unter Vertrag nehmen können - darunter Motorola, Pechiney, Eramet sowie Air Liquide. Das Liefervolumen lag bei mehr als 1,3 Milliarden Kilowattstunden.

Fernwärmeverkauf erhöht

Der Wärmeverkauf in Hamburg erhöhte sich 2001 um 5,7 Prozent auf vier Milliarden Kilowattstunden. Die Zahl der angeschlossenen Wohneinheiten nahm um etwa 5900 auf rund 381.000 zu.

Umsatzerlöse deutlich gestiegen

Die um die Stromsteuer bereinigten Umsatzerlöse lagen um 60 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Erlöse stiegen damit auf 2,5 Milliarden Euro. Gründe seien unter anderem moderat gestiegene Strompreise und der erhebliche Anstieg des Energieverkaufs durch Vertrieb und Handel gewesen.

Ergebnis deutlich gesteigert

Der Jahresüberschuss der HEW AG hat sich im vergangenen Jahr insbesondere durch die außerordentlichen Erträge - verglichen mit dem Vorjahr - um 169 Millionen Euro auf jetzt 233 Millionen Euro deutlich erhöht. Davon würden 116 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt. Der Bilanzgewinn belaufe sich auf 117 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis habe sich durch die Erholung der Strompreise und durch Kostenentlastungen im Kernenergiesektor verbessert.

Durch die Veräußerung ihrer Anteile an der HEIN GAS Hamburger Gaswerke GmbH und der Sydkraft AB sowie zwischenzeitlich auch an der Bewag erzielte die HEW erhebliche Buchgewinne. Diese Sondererträge hätten einen positiven Ergebnisbeitrag geliefert.

Dividende erhöht

Vorstand und Aufsichtsrat werden der im August stattfindenden Hauptversammlung vorschlagen, den Bilanzgewinn von 117 Millionen Euro für einen zusätzlichen Eintrag in die Rücklagen von 49 Millionen Euro sowie zur Ausschüttung einer Dividende von 74 Cent pro Aktie vorzusehen. Die vorgeschlagene Ausschüttung entspricht einer gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent erhöhten Dividende von 29 Prozent.

Konzernzahlen 2001

Die Vergleichbarkeit der Konzernzahlen mit dem Vorjahr sei sehr eingeschränkt, da die neuen Konzerngesellschaften zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Laufe des Jahres 2001 in den Konzernkreis aufgenommen wurden.

Der Konzernumsatz erhöhte sich - bereinigt um Innenumsätze und Stromsteuer - auf 4,1 Milliarden Euro. Die Erhöhung um rechnerische 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei wiederum vor allem den Veränderungen im Konzernkreis zuzuschreiben.

Gegenüber dem Vorjahr ist der Konzerngewinn gestiegen: von 82 Millionen Euro auf rund 97 Millionen Euro. Der Anstieg resultiere überwiegend aus dem Gewinn der HEW AG und dem anteiligen Gewinn der WEMAG.

Die Mitarbeiterzahl der HEW AG lag Ende vergangenen Jahres bei 4125 Beschäftigten.