HEW und Vattenfall gründen Nordic Powerhouse

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Die Hamburgische Electricitäts-Werke AG, Hamburg, und Skandinaviens größter Energiekonzern, die Vattenfall AB, Stockholm, gründen eine gemeinsame Energiehandelsgesellschaft. An der neuen Gesellschaft werden beide Gesellschafter jeweils zur Hälfte beteiligt sein. Das joint venture trägt den Namen "Nordic Powerhouse". Das Vorhaben bedarf noch der Zustimmung der Aufsichtsgremien und der Kartellbehörden.


Nordic Powerhouse wird seinen Sitz in Hamburg, Ludwig-Erhard-Straße 18, haben. Die Gesellschaft soll physische und derivative Handelsgeschäfte auf europäischen Märkten und an allen relevanten Energiebörsen realisieren. Nordic Powerhouse erwartet bis Ende 2001 ein Handelsvolumen von insgesamt 120 TWh und damit einen Anteil von 20 Prozent am Handelsvolumen im deutschen Strommarkt: zunächst zu einem Drittel im physischen und zu zwei Dritteln im finanziellen Handel. Damit strebt Nordic Powerhouse unter den deutschen Energiehandelsunternehmen die Position der Top 3 an, im europäischen Vergleich die Top 5. Die Erfahrungen von Vattenfall und HEW in ihren unterschiedlichen Märkten ergänzen sich in besonderer Weise. Handelserfahrungen in dem seit mehr als fünf Jahren voll liberalisieren Markt mit hoher Liquidität in Skandinavien verbinden sich mit vielfältigen Erfahrungen und Kontakten im kontinentaleuropäischen Markt mit seinen vielen Besonderheiten im physischen Handel und OTC (over the counter). Gerade in der Phase des Übergangs von monopolistisch geprägten Energiewirtschaften in einen voll liberalisierten Markt ist die Kombination dieser Erfahrungen wertvoll. "Im Nordic Powerhouse vereinen wir die Top-Kompetenzen im Energiehandel aus Skandinavien und Deutschland", sagt Jan C. Johansson, Vorstandsmitglied des Vattenfall-Konzerns. Johansson: "Mit HEW haben wir sehr erfahrene und hochspezialisierte Partner für erfolgreichen europaweiten Energiehandel gefunden. Der HEW-Energiehandel hat hervorragende Kontakte und eine außerordentlich starke Position im OTC-Geschäft. Außerdem betrachten wir für Wachstum und Erfolg von Vattenfall in Deutschland HEW als unsere Basis."


"Die Kombination unterschiedlicher Markterfahrungen von Vattenfall und HEW ist heute in der Energiebranche einmalig", erklärt Joachim Lubitz, Vorstandsmitglied der HEW. Lubitz: "Durch das Zusammengehen beider Handelseinheiten erwarten wir deshalb, künftig noch erfolgreicher im europäischen Markt Handelsgeschäfte zu tätigen. Die enge Kooperation mit unserem strategischen Partner und Großaktionär Vattenfall hat Vorteile für HEW im europaweiten Wettbewerb." In dem neuen Trading Floor werden auf 1.500 Quadratmeter 50 Mitarbeiter, davon 20 Händler, voraussichtlich im November Energiehandelsgeschäfte mit Strom, Erdgas und Öl-Derivaten aufnehmen. Die künftige Belegschaft besteht aus dem bisherigen HEW-Energiehandel, Mitarbeitern der HEW-Tochter VASA Energy und Händlern des Vattenfall-Konzerns. Mittelfristig ist auch der Handel mit neuen Derivaten geplant, wie beispielsweise Wetter-Derivate und Emissionszertifikate. Handelspartner werden andere große Handelshäuser und Banken sein. Neben dem Geschäftsbereich Handel wird es einen zweiten wesentlichen Geschäftsbereich Sales & Marketing geben, der sich an Strom-Vertriebsgesellschaften richten wird. Angeboten werden Handelsdienstleistungen wie Portfoliomanagement, Risk-Management, Börsenzugangsservice und Marktanalyse. Das sind Maßnahmen zur Preisabsicherung und Preisoptimierung innerhalb definierter Risikorahmen. So profitieren Kunden von Nordic Powerhouse von den Chancen des liberalisierten Marktes. Für 2001 wird ein Volumen von 20 TWh erwartet.