HEW und Bewag zeigen sich erfreut über VEAG Verkauf

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Gestern wurde bekannt, dass die Energiekonzerne E.ON und RWE ihre Anteile am ostdeutschen Braunkohlevertromer VEAG aus kartellrechtlichen Gründen an die nordische Kombination aus HEW und Vattenfall verkaufen werden. Andere Bieter um die VEAG-Anteile, etwa die amerikanischen Konzerne Southern Energy und NRG Energy oder die italienische Enel, waren leer ausgegangen. Die Transaktion muss jetzt noch von der Bundesregierung genehmigt werden. Da HEW jedoch bereits zugesagt hat, 50 Terawattstunden Strom pro Jahr aus Braunkohle zu erzeugen, dürfte diese Zustimmung nur noch Formalität sein. Weiterhin offen ist allerdings die Zukunft der Bewag. Schon vor einigen Monaten hatte die Düsseldorfer E.ON seine Anteile am Berliner Stromversorger ebenfalls der HEW verkauft. Durch eine einstweilige Verfügung wird die Übernahme jedoch von Bewag-Anteilseigner Southern Energy blockiert, da der amerikanische Konzern ein Vorkaufsrecht durchsetzen will.


Die Bewag selbst zeigte sich erfreut, über die Verkaufsentscheidung von E.ON und RWE. "Die HEW hat sich in einem bis zuletzt spannenden Bieterverfahren durchgesetzt. Wir respektieren die Entscheidung der Verkäufer", sagte Unternehmenssprecher Reinhard Heitzmann. Die Bildung einer "vierten Kraft" sei jedoch ohne maßgebliche Beteiligung der Bewag ein riskantes Unterfangen. Heitzmann: "Wir sind weiter optimistisch, die Bewag in der neuen Kraft positionieren zu können. Wir haben die Kraft, die Stärken und auch die Fähigkeiten, anstehende Aufgaben bei der Neuordnung einer Industriestruktur zu bewältigen. Wir glauben nicht, dass darauf verzichtet werden kann und begrüßen deshalb das Angebot der HEW, der Bewag eine sofortige Mitwirkung bei VEAG und Laubag einzuräumen." Er zeigt sich euphorisch: "Das Zusammengehen von VEAG, Laubag, Bewag und HEW birgt die historische Chance, eine unabhängige, leistungsfähige Energiegruppe von europäischem Format aufzubauen. Wir sind gewillt, diese historische Chance mit aller Kraft zu nutzen."


Die Hamburgische Electricitätswerke AG (HEW) zeigte sich ebenfalls erfreut, dass E.ON und RWE ihre Anteile an der VEAG und der Laubag auf die HEW übertragen werden. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen, dass die Bundesregierung und die BvS diese Entscheidung unterstützen und die zuständigen Kartellbehörden ihr zustimmen. HEW-Vorstandssprecher Manfred Timm: "Für die HEW stellt diese Akquisition eine historische Weichenstellung dar." Der Kaufpreis für den Erwerb von 81,25 Prozent an der VEAG und 92,5 Prozent an der Laubag beträgt für die HEW 2,9 Milliarden DM. Er wird teilweise durch die Übertragung der HEW-Anteile an der Sydkraft AB (15,7 Prozent der Aktien, 2,6 Prozent der Stimmen) auf E.ON Energie ausgeglichen. Gleichzeitig bestätigte die HEW erneut ihre Absicht, die Mehrheit an der Bewag zu erwerben.