Vorgehensweise

HEW: Der Weg zur neuen Kraft

Die HEW will zusammen mit VEAG und Bewag eine "neue Kraft" im deutschen Strommarkt bilden. Auf der heutigen Bilanzpressekonferenz stellte das Unternehmen seine Vorgehensweise vor.

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Anlässlich der HEW-Bilanz-Pressekonferenz zum Geschäftsbericht 2000 stellte das Unternehmen die Schritte zur Bildung des neuen, drittgrößten deutschen Energiekonzerns ("neue Kraft") vor.

(1) Bewag: Die Frage um die Führung der Bewag ist am 27. April 2001 entschieden worden. Gemeinsam haben HEW, Mirant, Vattenfall und der Berliner Senat eine partnerschaftliche und gleichberechtigte Führung von Bewag durch HEW und Mirant beschlossen. Im Zuge der Aktienübertragung der E.ON-Anteile an Bewag werden HEW und Mirant zu gleichen Teilen jeweils etwa 43 Prozent der Aktien am Berliner Stromversorger halten. Die künftige Führung der Bewag und die Einbindung der Bewag in die Bildung der neuen Kraft werden in einem Konsortialvertrag zwischen HEW und Mirant geregelt. Dabei werden die Interessen der beteiligten Unternehmen und die Standortinteressen des Landes Berlin und der Freien und Hansestadt Hamburg angemessen berücksichtigt. Für die Kunden der HEW wird sich dadurch nichts verändern. Die HEW bleibt als Marke bestehen. Das gesamte Spektrum der Dienstleistungen bleibt in gewohntem Umfang erhalten. Das operative Geschäft und damit 90 Prozent der gegenwärtigen Arbeitsplatze bei HEW bleiben in Hamburg. Für den Verkauf der Bewag-Beteiligungen erhalt E.ON Energie von der HEW neben einer Zahlung von fast 1,7 Milliarden DM sämtliche Anteile an HEIN GAS Hamburger Gaswerke GmbH.

(2) VEAG und LAUBAG: Erfolgreich abgeschlossen ist der Aktienerwerb der ostdeutschen Stromgesellschaften VEAG und LAUBAG durch HEW. Seit dem 16. Mai dieses Jahres hält die HEW direkt 75 Prozent an der VEAG und 45 Prozent an der LAUBAG. Mit den indirekten Beteiligungen ist der Hamburger Versorger notariell beurkundeter Eigentümer von 87,5 Prozent der VEAG und 92,5 Prozent der LAUBAG. Mit dem Erwerb von VEAG und LAUBAG ist die HEW Anteilseigner von über 10 000 Megawatt modernster, konventioneller Kraftwerksleistung und gewaltigen Braunkohle-Tagebauen. Etwa 12 000 Mitarbeiter sind in den ostdeutschen Betrieben zwischen Ostsee und Lausitz beschäftigt. Der Kaufpreis für die Anteile von VEAG und LAUBAG beträgt 2,9 Milliarden DM. Etwa 1,2 Milliarden Mark zahlen die Hamburger an RWE und etwa 1,7 Milliarden DM an E.ON Energie. Ein Teil der Summe an E.ON wird durch die Übertragung von Sydkraft-Aktien auf E.ON Energie beglichen.

(3) Der Weg zur neuen Kraft: Mit der Einigung in den Bewag-Fragen im April haben HEW, Vattenfall und Mirant auch einen Fahrplan für die Bildung der "neuen Kraft" verabredet. In der ersten Phase, die Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll, werden die Bewag-Anteile an HEW und Mirant übertragen. Dann wird die Bewag maßgeblich an der Führung von LAUBAG und VEAG beteiligt. Die Führungsrolle bleibt bei der HEW. Mit den beiden Beteiligungsgesellschaften EBH und BBS wird die Übertragung der restlichen Anteile von VEAG und LAUBAG auf HEW geklärt. Außerdem soll eine gemeinsame Vertriebsstrategie festgelegt werden, um schnell als kompetenter Wettbewerber gemeinsam am deutschen Strommarkt auftreten zu können. In der zweiten Phase, bis August 2002, werden die verbundwirtschaftlichen Aktivitäten aller vier Unternehmen zusammengeführt. Eine entsprechende gemeinsame Netzgesellschaft wird vorbereitet. VEAG und LAUBAG werden in dieser Phase unter einer gemeinsamen Unternehmensführung vereint. Dies haben die Vorstände der beteiligten Unternehmen unter Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall, Lars Goran Josefsson, kürzlich beschlossen. In einem dritten Schritt sollen die Gesellschaften unter einer Holding oder Obergesellschaft zusammengeführt werden. Diese Holding wird unter der Führung von Vattenfall stehen. Entsprechend ihrer Beteiligungsverhältnisse werden Mirant, die Stadt Hamburg sowie freie Aktionäre Anteile an dieser Holding erhalten. Die Holding wird ihren Sitz in Berlin haben. Die Bildung der "neuen Kraft" soll bis Mitte 2003 abgeschlossen sein - wirtschaftlich rückwirkend zum 1. Januar 2003. Gemeinsam mit den genannten Unternehmen unter Einbeziehung der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft Mibrag wird HEW den neuen Konzern bilden.