"Überdimensioniert"

Hessische SPD fordert von Beck Eingreifen gegen Kohlekraftwerk

Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti fordert den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) auf, das von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden geplante neue Kohlekraftwerk zu verhindern. "Das Projekt wirft die energiepolitische Diskussion um Jahrzehnte zurück", so Ypsilanti.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz/Wiesbaden (ddp-rps/sm) - "Ein solches Projekt direkt vor unserer Haustüre darf nicht ungeprüft in Angriff genommen werden", sagte die SPD-Politikerin weiter. Das geplante Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue konterkariere "in fataler Weise" den mühevollen Kampf zur CO2-Reduktion. Das Kraftwerk sei "völlig überdimensioniert" und werde "dramatische" Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Auch habe sich die Kohleverstromung "als Technik bereits heute überlebt".

Der SWR meldete, 160 Mainzer Ärzte hätten sich wegen "unkalkulierbarer gesundheitlicher Risiken" in einem Offenen Brief gegen das Kohlekraftwerk ausgesprochen. Von dem Brief waren allerdings weder die Landesärztekammer, noch Mitglieder des Mainzer Ärztevereins informiert. Auch der Sprecher der Stadt Mainz, an die der Brief ebenfalls gegangen sein sollte, hatte von dem Schreiben keine Kenntnis.