Tour durch Hessen

Hessen: Ypsilanti setzt im Wahlkampf auf Öko-Energie

In einem halben Jahr entscheidet sich, ob CDU-Ministerpräsident Roland Koch in Hessen weiter regiert oder seine SPD-Herausfordererin Andrea Ypsilanti das Ruder übernimmt. Auf ihrer Tour durch Hessen will die SPD-Spitzenkandidatin mit dem Thema Öko-Energie punkten, während Koch weiter auf Atomkraft setzt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Limburg (ddp-hes/sm) - Mit der SPD gibt es "Neue Energie für Hessen" - das ist das Motto und die Botschaft der Sommertour von Andrea Ypsilanti. In drei Wochen und bei über 50 Terminen besuchte die SPD-Kandidatin gleich reihenweise Solarparks, Biogasanlagen und Niedrig-Energie-Häuser. Nun schwärmt sie vom "Pioniergeist" der Hessen in Sachen erneuerbare Energien und sagt: "Die Bürger sind längst weiter als die Politik."

Ypsilanti will die Regionen zu Energie-Produzenten machen, 1700 Module aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft sollen das Kernkraftwerk Biblis ersetzen. Welche Energie wo ausgebaut wird, will Ypsilanti die Kommunen entscheiden lassen - sie weiß, dass die Windenergie noch weit umstritten ist. "Finden Sie Strommasten schön?", fragt sie den verdutzten Wirtschaftsberater beim Termin am ICE-Tower in Limburg und schiebt hinterher: Windkraftanlagen seien auch nicht schön, "aber man kann zu dem Ergebnis kommen, dass sie notwendig sind".

Am neuen Büro-Tower lässt sich Ypsilanti die Heiz- und Kühlanlage per Oberflächen-naher Erdwärme erklären, hört konzentriert zu, fragt nach Wirtschaftsdaten und Investitionssummen. Die Wertschöpfung durch erneuerbare Energien werde in den Regionen Tausende neuer Arbeitsplätze schaffen, betont sie: "Das ist ein Investitionsprogramm, wie es keine Landesregierung hat."