Energiemix

Hessen will Anteil an Biomasse und Windenergie steigern

Das Land Hessen soll bis zum Jahr 2020 sein Anteil an Biomasse und Windenergie am Energiemix von derzeit zwischen fünf und sechs Prozent auf 20 Prozent steigern, so die Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU). Des Weiteren müsse auch Hessens Stromverbrauch bis 2020 um 20 Prozent sinken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/red) - Das Land Hessen setzt weiter auf einen "diversifizierten Energieträger-Mix" aus Kohle, Gas, Kernenergie sowie erneuerbare Energien. Der Anteil der regenerativen Energien solle bis zum Jahr 2020 von derzeit zwischen fünf und sechs Prozent auf 20 Prozent an der Endenergieproduktion gesteigert werden, sagte Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) in Wiesbaden. Dabei werde in erster Linie auf den Ausbau der Biomasse, die Modernisierung von Windkraftanlagen sowie auf Energieeinsparung bei Wärme- und Stromverbrauch gesetzt.

Energiekonzept: Beitrag zur Versachlichung der Energiedebatte

Lautenschläger hatte dafür im Juni 2009 ein Forum aus 17 Experten eingesetzt, die Ziele und Eckpunkte eines Energiekonzepts ausarbeiten sollten. Die Experten hätten rund 80 Gutachten, Studien und sogenannte Potenzialanalysen ausgewertet, sagte die Umweltministerin. Herausgekommen sei "das erste Papier, das deutlich macht, dass es um Wärme und Strom geht." Zugleich solle der Bericht ein "Beitrag zur Versachlichung der Energiedebatte" sein. Demnach verbraucht Hessen derzeit, den Verkehr nicht eingerechnet, rund 133 Terawattstunden pro Jahr, davon kommen 7 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien. Künftig soll der Energieverbrauch auf 105 Terawattstunden pro Jahr sinken, davon sollen 21 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien kommen.

Hessens Stromverbrauch soll bis 2020 um 20 Prozent sinken

Lautenschläger betonte, der Verbrauch solle bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent sinken. Das sei ein "sehr ehrgeiziges Ziel." Dafür soll die derzeitige Modernisierungsrate von 0,75 Prozent des Gebäudebestandes in zehn Jahren auf 2,5 Prozent gesteigert werden. 50 Prozent des Zuwachses an regenerativen Energien sollen aus dem Ausbau der Biomasse kommen. Bei der Windenergie setzt die Regierung vor allem auf das Repowering bestehender Anlagen sowie auf den Ankauf von Strom auf Offshore-Anlagen. Zahlen zu einem Ausbau der derzeit rund 560 Windkraftanlagen in Hessen nannte die Ministerin nicht. Die Solarenergie soll künftig drei Terawattstunden beitragen, die Geothermie eine und die Wasserkraft 0,5 Terawattstunden.