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Hessen und NRW wollen Biomasse-Technologie stärken

Biomasse gilt als erneuerbare Energie mit dem größten Ausbaupotenzial in den kommenden Jahrzehnten. Deshalb wollen Nordrhein-Westfalen und Hessen ihre Chancen und Potenziale in einem nationalen Biomasseplan untersuchen. Auf der Hannovermesse stellte NRW auch eine Biogas-Broschüre vor.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Nordrhein-Westfalen und Hessen wollen die energetische Nutzung von Biogas verstärken. Zum einem einigten sich die Landesregierungen gestern bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung in Siegen darauf, einen nationalen Biomassplan voranzutreiben. Zum anderen stellte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) gestern auf der Hannover Messe einen neuen Leitfaden vor, der Entscheidern in Banken Informationen für die Bearbeitung eines Antrages auf Finanzierung einer Biogas-Anlage liefert.

Den Angaben aus dem NRW-Wirtschaftsministerium zufolge ist besonders in kleinen und mittleren Banken die Schwelle zur Beschäftigung mit erneuerbaren Energien hoch, teils aus Zeitmangel für eigene Recherchen oder aus Mangel an Finanzmitteln für externe Gutachten. Mit dem Biogas-Leitfaden sowie Seminaren, die direkt auf die Finanzbranche zugeschnitten sind, sollen diese Hürden abgebaut werden, wie Thoben erklärte.

Der nationale Biomasseplan soll aufzeigen, wo die Nutzung unter Effizienz- und Wettbewerbsaspekten am sinnvollsten und kostengünstigsten ist, heißt es in der Erklärung der beiden Landesregierungen nach ihrer gemeinsamen Kabinettsitzung. Bisher seien die Auswirkungen der Biomassenutzung auf Energie- und Kohlendioxideffizienz nicht ausreichend hinterfragt worden, hieß es, weshalb eine solide Ermittlung und Darstellung von Chancen und Potenzialen nun im Rahmen des nationalen Biomasseplans stattfinden soll. Nur so könnten nationale und internationale Zielvereinbarungen für den Anteil von Biomasse im Energiemarkt bestimmt und sinnvolle Förderinstrumente eingesetzt werden.